B. Witktlere und höbere Schulen.
1. Das Königliche Olgastift.
Im Jahr 1818 hatte die unvergeßliche Königin Katharina, deren Gedächtnis in
soy manchen wohlthätigen und gemeinnüßigen Einrichtungen und Ordnungen im Segen
fortlebt, ihren Plan, für die höhere Bildung des weiblichen Geschlechts zu sorgen, ausgeführt
und die noch blühende Unterrichts- und Erziehungsanstalt gegründet, welcher
König Wilhelm nach dem frühen Hingang der edlen Fürstin zu einer teuren Erinnerung
und immer gegenwärtigen Aufmunterung den
Namen Katharinenstift beilegte. Der König
nahm die verwaiste Anstalt unter Seine besondere
Obhut und widmete ihr volle fünfundvierzig
Jahre hindurch treue Fürsorge, in
welcher Ihm im Verlauf dieser Jahre die
Königin Pauline und die Tochter der Hingegangenen,
Prinzessin Marie, mit gleich wohlwollendem
Bemühen zur Seite getreten sind.
= = Nach König Wilhelms Hingang gaben Jhre
ZTRSITHTDUNEEE Majestäten König Karl und Königin
Olga die gnädige Zusage, „die Anstalt im
Geiste der edlen Stifterin leiten und weiter entwickeln zu wollen“. Ein sichtbares
Unterpfand davon war zunächst der schöne Neubau im Garten des Katharinenstifts,
der, einer reichen Gabe der Königin verdankt, bei der fünfzigjährigen Jubelfeier der
Anstalt 1868 eingeweiht worden ist. Aber die steigende Überfüllung derselben veranlaßte
Jhre Majestät die Königin, im Jahre 1873 neben dem Katharinenstist
eine zweite, ganz auf dessen erprobte Grundsäke gegründete Anstalt, zunächst ohne
Pensionat, zu stiften, welche am 27. Oktober des genannten Jahres als Olgaschule