4. Die Markthalle.
(E5 war eine der ersten Regierung8handlungen Seiner Majestät des Königs
Karl, die Vollendung des letzten jener zahlreichen Denkmäler Königlicher Huld und
Fürsorge anzuordnen, womit des verewigten Königs Wilhelm Majestät die Nesidenzstadt
geschmückt hatte: der schönen geräumigen Markthalle auf dem Dorotheenplaß. Im
Herbst 1864 konnte dieselbe in Anwesenheit Jhrer Königlichen Majestäten mit
einer Blumen- und Fruchtausstellung eröffnet und im Januar 1865 ihrer eigentlichen Bestimmung,
dem Verkanf von Gemüse und andern Lebensmitteln zu dienen, übergeben werden.
Auf dem Plaß, der einst den vielbewunderten „Neuen Bau“ von Schickhardt
getragen, wurde nach dem Plan des Baurats Morlok auf steinernem Kellerx-Unterbau
aus Eisen und Glas ein gefälliger, inbesondere an den beiden Hauptportalen
schön verzierter Renaissancebau von 40 Meter Länge und 41 Meter Tiefe mit einer
nußbaren Fläche von 1667 Quadratmeter aufgeführt. 64 Säulen teilen den weiten,
hellen Raum in 49 Quadrate; die Säulen der Nebenschiffe, bis zum Kapitell 7 Meter
hoch, tragen die veichverzierten Bogen, auf welchen das äußere Dach ruht, die Säulen
des Mittelschiffs sind bis zum Gesims des Seitenschiffs 10, bis zum First 14 Meter hoch.
In fünfundzwanzig Jahren hat diese Königliche Stiftung dem Verkehr eines der
bedeutendsten Gewerbe der Stadt die besten Dienste geleistet.
5. Die Gewerbehalle.
Zu Abhaltung von Ausstellungen, Messen, Lagerung von Gütern 2x. ließ die
Stadt im Jahr 1880 durch ihren Baurat Wolff im nordwestlichen Stadtteil zwischen
der Linden- und Kanzleistraße eine große Gewerbehalle bauen, welche durch die von
Seiner Majestät dem König am 19. Mai 1881 feierlich eröffnete Lande8gewerbeausstellung
würdig eingeweiht worden ist.