Full text: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1882, Bd. 1, H. 1/12)

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holt, auch jedem Wollbekleideten nicht von Nächtheil sein wird, wenn es in 
geheiztem Zimmer geschieht, so gut wie lauwarme Bäder von 25--28" R. 
Weitere Erfahrungen werden mich übrigens lehren; es wäre doch 
eigenthümlich, wenn der Wollene die Hautpflege nicht vollständig rationell 
-- mit Kautelen -- Hesorgen dürfte. (Gewiß darf er das! Jäger.) 
Aub Mierrn 33. FFellenberg-Ziegler in. Bern, dem . das offene 
Fenst8* Nacht gar nicht munden will, habe ich eine schriftliche 
Kontro»y2x18 gehabt , indem ich ihm die Nothwendigkeit desselben von 
physiologiycyen Gesicht8punkten aus bewiesen habe; aber Herr v. Fellen- 
berg lie3 sich nicht vollständig belehren. 
pwenden Sie diese Mittheilungen nach Ihrem Belieben in Jhrem 
Mono. latt und haben Sie die Freundlichkeit, dabei die von mir ge- 
stellten Fragen 222 beantworten. 
Indem i-) Ihnen für Ihr muthvolles Einstehen für das als 
wahr Erforschte aufs Wärmste die Hand drücke, entbiete Jhnen zugleich 
die herzlichsten Grüße.“ 
Ihre interessante Mittheilung über das Einfetten der Haut stimmt 
vollkommen zu meinen Erfahrungen und Ansichten. Das Fett, das 
eigene Hautfeit wie fremdes aufgestrichenes, ist ein Konservator für 
unseren „Gesundheitsduft“, worüber ich in Bälde ausführliche und über- 
raschende ziffermäßige Mittheilungen machen werde, denn ich verfolge 
diese wichtige Sache schon seit einiger Zeit. Wir werden vielleicht zur 
Gewohnheit der alten, ja auch vollständig „wollenen“ Griechen zurück- 
kehren müssen, die sich nach dem Bad einölten. Jhre Beobachtung über 
die rothe Farbe werde ich in einer späteren Nummer bringen zusammen 
mit Acehnlichem. Jäger. 
Dringende Aufforderung. 
Die mit Ozogen geladene Platinlampe habe ich jeht bei den ver- 
schiedensten Anlässen benüßt und daraus die feste Ueberzeugung gewonnen, 
daß wir in ihr die machtvollste Ergänzung des Wollregimes zu 
ver-gren haben. Sie hat mich noch nie im Stich gelassen, wenn es 
galt, ein Krankheit8gefühl, heiße es nun Kopfweh oder Bauchweh oder 
Zahnweh, rheumatische Schmerzen oder Fieber, Sodbrennen u. s. f. 
zu vertreiben. 
Wenn in mir noch der leiseste Zweifel darüber bestanden hätte, 
do ? alle Krankheitsgefühle von „Duftstoffen“ herrühren, so wäre der- 
se: 2? endgiltig beseitigt durc< meine dieSbezüglichen Erfahrungen. I< 
will den Leser nicht durch Aufzählung aller meiner Beobachtungen erx- 
müden, sondern nur zwei scheinbar ganz auseinander liegende anführen. 
Vor Kurzem ging hier und in der Umgegend ein „Genius epi- 
demicus“ (über diesen Burschen werde ich mich einmal später äußern) 
umher, der bei zahlreichen Personen Diarrhöen, die sich in manchen 
Fällen bis zu Sommerbrechruhr (Cholera nostras) steigerten, hervor- 
rief. Er packte auch mich, zwar sehr gnädig, allein doch hartnäckig.
	        

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