Full text: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1882, Bd. 1, H. 1/12)

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diese selbst; aber deßhalb unumgänglich nöthig, weil es viele Leute gibt, 
die ivrer Stellung zuliebe es nicht sehen lassen wollen, daß sie 
„& JTerianer“ sind, und deren sind eben sehr viele, namentlich hier 
ix tuttgart. Dieser Ro> kann nun weder im langen Sc<hooß, noch 
2 2 Exust 533 Jutters entbehren, ja die Brustlaße brauchen sogar 
ne eie weil sie sonst keine Facon behalten. Daß selbst bei 
ne » dänneut "utter das alles zu dicht ist und der Unterschied in 
der Lede>kung zwiychen Rücken und Brust zu groß wird, ist klar, aber 
ich kann bier keine Abhilfe treffen. 
No vine Warnung! Vor kurzem bestellte ein Norddeutscher 
bei einem hiesigen Normalgeschäst eine „Joppe nach meinem System.“ 
Da man unter „Juppe“ hierzuland einen Roc ohne Taille, einen 
„Sacco“ versteht, so erhielt er einen solchen, während er einen Sani- 
tät3rod wollte! 
Kleinere Mittheilungen. 
Göthe über die Wolke. „Cine elektrische Wärme schien aus der 
feinen Wolle in seinen Körper überzugehen“ siehe Wilh. Meisters Lehrjahre 
IV. Buch, 7. Kapitel. (Eingesendet.) 
Das Baden in der Wolle. An Pfingsten machte ich eine mehrtägige 
Exkursion mit einigen Zuhörern. Wir waren 4 Wollene und ein Nicht- 
wollener. Am ersten Tag badeten wir alle bei sehr heißem Wetter im 
Nekar. Wir Wollenen machten nach dem Bade Hemd und Strümpfe 
(einer auch seine Unterhose) naß; eine Procedur, welche der Nichtwollene 
natürlich nicht ausführen konnte. Der Unterschied im Badeffekt war der: 
Uns vier Wollenen war pudelwohl und wir marschirten frisch und gestärkt 
weiter, den Nichtwollenen überkam nach kurzem die bekannte Mattigkeit mit 
Gesichtsblässe und Magenschwäc<he. Am dritten ebenso heißen Tag kamen 
wir wieder an den Near, wir Wollenen badeten neuerdings mit Hoch- 
genuß, der Nichtwollene unterließ das Laden. -- Welche Berechtigung 
hat dem gegenüber die Behauptung P. Niemeyer's, das Wollregime 
verhindere die nöthige Hautpflege? =- Ueber denselben Gegenstand schreiben 
mir zwei Herren, 1. Hr. L. D. in München: da3 Baden - in der Wolle 
mit Anwendung der neuen Badhemdhose hat eine ungemein kräftigende 
nervenstärkende Wirkung, welche ich namentlich als Nachwirkung am andern 
Tage zu empfinden glaube. 2. Fr. H. in Sigmaringen: „das Baden 
und Schwimmen mit der Hemdhose im Fluß habe ich in diesen Tagen an- 
gefangen, bis jeßt ist es mix sc*r gut bekommen und ist mir das feuchte 
Hemd namentlich bei einer darauf folgenden Fußtour auf der Bahnlinie 
in der heißen Sonne ein = ur: Ihre eigenen Worte zu gebrauchen =- 
wahrer Hochgenuß.“ Schreiber dieses macht noch folgenden Zusaß? „die 
Badehemdhose dürfte nach meiner Ansicht in der Taille enger sein, damit 
dieselbe beim Schwimmen nicht so viel Wasser faßt.“ J< bemerke hiezu: 
das Wasserfassen wird am besten durch Anlegen eines Leibgürtels verhindert. 
-  Bosstkrisis. - Herr Pastor Z. in Schweden schreibt: „Schon seit etwa 
10 Jahren leide ih an einem Blasenkatarrh, der sich in den letzten Jahren 
hr verschlimmerte. Im letzten November begann mein Arzt eine Be- 
dlung, die in Durchspülung mit Horsäurelösung bestand, was mir offen- 
x gut bekam, aber mich nict heilte. Vor etwa 3-Wochen trat eine plöß-
	        

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