Volltext : Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1882, Bd. 1, H. 1/12)

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bei solchen constanten Luftdruck8höhen , wie sie der verflossene Winter
aufzuweisen hatte, nicht ganz geschüßt ist gegen Catarrh, und da man
niet den ganzen Tag im Zimmer unter dem Schuße der Platinalampe
bt“ hon Fann, sondern hinauskommt in die stinkende Nebelluft, würde
si - wohl die täglich wiederholte Anwendung von Creosotwasser im
ob'gon Sinne vielleicht empfehlen lassen als Vorbeugungs- und Abs<wächungs3mittel
 catarrhalischer Affektionen? J<h meine sogar gegen
Diphtheritis müßte dieses Gurgeln neben der Wollkleidung eine vermebh1:s
 Schußmaßregel sein?
- Nix leuchtet Ihre Methode ein und ich lade solche Leser, welche
da? ug zum Experimentiren haben, ein, Versuche zu machen und mir
das „Frgebniß mitzutheilen. Nur glaube ich, es sollte durch die einmaligen
 Maßregeln des Woll- und Farbstoffregimes gelingen, solche
immerhin nicht ganz einfachen medikamentösen Maßregeln überflüssig
zu machen. Namentlich wird das Wolltaschentuc, über das ich fortwährend
 zum Theil frappante Erfolgsberichte erhalte, die Situation bessern.
Jer.)
Kleinere Mittheilungen.
Zur Seelenlehre- Von Hr. N. in Schwerin erhalte ich folgende
Mittheilung:
Sehr geehrter Herr Professor!
Unterzeichneter ist Wollener und eifriger Leser Ihrer Schriften und
bittet, ihm folgende Mittheilungen resp. Anfragen zu gestatten? Georg Ebers
schreibt in „Homo sum“ über Ängststoffwirkung: „Keine Seuche überträgt
 jm so schnell von Thier zu Thier, keine Fäulniß so rasch von Frucht
zu Frucht, als die Furcht von einem Menschenherzen auf das andere,“ =-Ebendaselbst
 über den „Affektriesel“: „Wiederum berührten ihre Finger
die seinen, und wiederum fühlte er den seligen Schauer, an den er sich
Tag und Nacht erinnert hatte, seitdem er ihn zum ersten Mal empfunden.“
Aehnliche Erfahrungen macht vielleicht jeder einmal. Besonders merkwürdig
ist mir aus eigner Erfahrung der süßselige Schauer, den ich unter dem
Eindru einer gewaltigen Kirchenmusik empfand und der von einer momentanen
 Bewußtlosigkeit begleitet war. Jh sah nichts und hörte endlich auch
nichts mehr, ich war wie aufgelöst. =- In dem Ebers'schen Roman „Homo
sum“ sagt Paulus: „Ob ich Männer sehe oder Weiber, das Meer oder
ven Berg hier, ich denke nicht an Alexandrien und immer an heilige Dinge.
Aber wenn mir der Fischgeruch in die Nase steigt, so tritt ver Markt vor
meine Augen und ich sehe die Fischstände und Austern.“ =- Ueber solche
„Beziehungen des Geruchsinnes zum Geiste“ weiß auch ich aus
eigner Erinnerung: In einer Schilderung der Heimat lese ich „von dem
Duft der Hollunderblüten am Grabe der Eltern“, und sofort steht mix
dieser Duft nnd die heimatliche Gegend vor dem geistigen Auge und ich
empfinde Heimweh. =- Ueber die Wirkung der „Brunstdüfte“ erzählt
 mir mein Freund: Einer. seiner Verwandten, der, weil er am Rheumatismus
 leidet, oft, wenn er ein Schläfchen macht, seine Hündin bei iich
hat, kommt zu einem Schäfer aufs Feld. Der Schäferhund beschnüff
ihn, und er fragt den Schäfer: „Soll ich ven Hund mitnehmen?“ Der
Schäfer: „Das wird Jhnen schwer werden, er geht mit Niemand.“ Des

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