Full text: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1882, Bd. 1, H. 1/12)

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Geschmeidigkeit und Gelenkigkeit Plaz gemacht, die an Zehen beschuhter 
Menschen nicht gewöhnlich ist. Die Besserung erstret sich entschieden 
nicht blos auf die Zehen selbst, sondern auch auf die ganze Fußsohle, 
in8o sondere den vorderen Theil. Bei größeren Märschen bekam ich 
früber stets eine schadhafte Stelle in der Mitte des vorderen Fußballens. 
Mit Einführung des Normalschuhes besserte sich dies zwar, aber ganz 
war es bei meiner Augusttour im vorigen Jahr noch nicht zu vermeiden 
gewesen troß Einreibens des Fußes mit Talg. Bei der diesjährigen 
Augusttour in den Sanitätsstrümpfen konnte ich das Talgeinreiben voll- 
ständig entbehren, meine Sohle blieb ohne jeden Druckshaden, denn 
die doppelte Wolllage zwischen den Zehen hielt mehrere ausgiebige auch 
der Sohle zu gut kommende Ventilationskanäle nach oben offen. 
Jh kann somit die genannten Strümpfe mit gutem Gewissen als 
das vollkommenste Muster jedem empfehlen, der mit seinem Pedal nicht 
zufrieden ist. Für die, welche nicht in der Lage sind, sie sich selbst 
strien zu lassen, habe ich eine Herstellungsquelle eröffnet: Z. Herion, 
Stuttgert. Tronev'traße 1 (s. Annoncentheil). I< bemerke nur noh: 
Es gibt Züße, bei denen zwei oder sogar drei Zehen ganz oder 
fast ganz mit einander verwachsen sind, in diesem Fall muß bei der 
Bestellung besondere Angabe gemacht werden. Ferner: die Besorgniß, 
daß der Gebrauch sol<her Zehenstrümpfe ungewöhnlich breite und deß- 
halb unschöne Chuhe erfordere, ist nur dann zutreffend, wenn ein 
unnöthig plumber Faden zu dem Strumpf genommen wird. Bei der 
Fadenstärke, welche die von mir gebrauchten Strümpfe haben, kann 
man sie in jeden überhaupt nicht zu engen Schuh ohne jede Belästigung 
anziehen. Endlich, bezüglich der Besorgniß, es sei langweilig, lästig 
und mühsam Morgens jede Zehe in ihr eigenes Futteral zu bringen, 
bemerke ih: Es3 ist allerdings richtig, daß man in diesen Strumpf 
nicht s2 95ne weiteres hineinfahren kann, und namentlich anfangs macht 
es einige Umstände, aber ich habe jezt die Sache gerade so gut im 
Griff wie das Anziehen der Handschuhe, und die einzige Minute die 
3 =- im höchsten Fall =- mehr in Anspruch nimmt als das Hinein- 
hten in den alten Strumpfsa>, halte ich nicht für den am schlechtesten 
sgehruchten Zeitaufwand in meinem Tageslauf und der Uebel größtes 
it es nicht, eine Minute früher aufstehen zu müssen als sonst. 
Jäger. 
Kleinere Mittheilungen. 
4. Heikerfolsg des Wollregimes aus einem Brief des Herrn E., Station8- 
meister in W. an den Herausgeber vom 25. September: „Seit Anfang Juli 
Jahres bin ich im Besiße der Wollkleidung und muß konstatiren, daß die 
Folge dieser Neuerung alle meine Erwartungen übertroffen hat. Die Congestionen 
zegen den Kopf sind bedeutend besser; die ganze Vlutcirkulation eine regelmäßige z 
die Hände, welche vorher blutleer und bei der größten Hitze eisig kalt waren, 
ind wieder normal; die Haut hat ihre Spröde verloren; die Flimmerung vor 
den Augen tritt äußerst selten auf und der beständig damit verbundene sehr heftige 
fl bis zum Unerträglichen sich steigernde Kopfschmerz ist vollständig beseitigt.
	        

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