Full text: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1882, Bd. 1, H. 1/12)

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Römer, welche sich nur in Wollenstoff kleideten und nach dem Bade 
fis einölen ließen, den Schnupfen nicht kannten. Im Princip dürfte 
fie) also kaum Etwas gegen das Wollregime einwenden lassen. Die 
von einzelnen Aerzten dagegen vorgebrachten Bedenken der Verweich- 
lihung, des Wollsc<hmußes 2c. betvaßsen nur die gemis<hte Kleidung. 
Man hat sich eben selten die Mügagazben, Jäger's Publikationen 
ordentlich durchzulesen und seine schläge praktis< zu erproben: 
„Das ist ja der Seelendustmann“, = „was kann Der wohl Nüß- 
liches herausstecen ?“ 
Eine zweite Stelle, die im aushebs, lautet: „erner findet sich 
bei vielen Personen in der ersten Zeit eine kritisGv Hautau-, Jung, 
entweder massenhafter Schweiß oder etwas klebriger oder )- nkender 
Schweiß, welhar Mißbehagen erzeugt. Nach einiger Zeit vaxtwinden 
jedoH diese Erscheinungen und es tritt so allgemeines Wohlhehagen 
ein. do3 man sich nicht mehr naH der alten Kleidung zurücksehnt. 
Mo ni: wortragen wird das Wollregime nach unseren Orfahrungen 
var 2 „„Hbsermännern, welche sich seit Jahren an die Wasserpan- 
rl tt baben und Morgens shon unter tie kalte Douche 
«1.1 2x sonstige Wasserpxoceduren Tag für Tag vornehmen. Von 
t Lr Seite, den s»4. Naturheilfundigen, ist deßhalb au) die „Jägerei“ 
bi » auf's Heftigste angefeindet worden, weil dieje Herren Alles 
üb * einen Kamm scheeren wollen und nicht bedenken, d98 es verschie 
do: Körpexfonstitutionen und verschiedene Leben3gewos»heiten gibt. 
Am losten vertragen dagegen das Wollfostüm die sog. hydrogenoiden 
Kor *itutionen, wel<>? leicht frieren und zu Katarrhen geneigt sind, 
sowie Katarr ;-, Nheumatismus3- und Nervenkranke, über- 
hav“t auch Diejenigen, welche über des Lebens Blüth-<iahre hinaus 
sin>. bei denen also ein vernünftiger Arzt von sog. At „rtunz3kuren 
abse 7m muß. Wir hatten Gelegenheit, dasselbe einem Chneider und 
ein * !odakteur vor zwei Jahren zu empfehlen, welche " :ide schwind- 
82 * sir"; namentlich pfiff der arme Schneider im Winter 
12:2-<141 fat auf dem leßten Lohe. Der Mann it heute nicht 
wieder zu erkennen; cr hustet noch, aber er kann seinen Beruf aus- 
üben. Ebenso wichen hartnäckige Muskelrheumatismen bei eini- 
gen anderen Kranken s.:r die Dauer. Geradezu wunderbar aber war 
der Erfolg bei einem Tabetifker, der gleichzeitig ho<gradig anämisch 
war und namentlich seine kalten Füße nicht erwärmen konnte. Der 
arme Kerl fror auch im Sommer. Das Wollregime brachte in einem 
halben Jahre bei diesem Patienten einen vollständigen Umschwung zu- 
wege und auch die atactischen Störungen der Unterglieder sind heute 
nicht mehr so bemerkbar wie früher.“ 
Änsere Fortschritte und Aufgaben in technischer Ric<kung. 
In letzter Nummer wurde ein kleiner Rübli> auf die Erfolge 
Re Rumer nu ich heute in der Shluß-Nummer von
	        

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