Full text: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1882, Bd. 1, H. 1/12)

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heitSaifte, von denen wir hier sprechen, festzuhalten, sei nur eine Eigen- 
thümhnchteit der Pflanzenfaser, während sie der Wollfaser abgehe. I<h 
werd» Übrigens in der folgenden Nummer, in der von der Uebertrag- 
harfe : der Krankheiten durch die Kleider gehandelt werden soll, auf 
den 1 terschied der zwei Fasersorten ausführlicher einzugehen Gelegen- 
heit hoben. 
Weiter: Auch von dem Unterschied zwischen den zweierlei Aus- 
dünstungsstoffen des Körpers, den übelriechenden, welche die Pflanzen- 
faser aufsauo*. und den wohlriechenden, welche die Wollfaser anzieht, 
will ich im folgenden absehen, um die Sache nicht zu verwickeln. Auch 
hier wird iorigens die Besprechung in der nächsten Nummer Gelegen- 
heit zur Erzänzung geben. 
Zum Verständniß des Wesens der Krankheit gehört vor Allem 
die Lösung der allgemeinen Frage: 
Was it € 'ft? Antwort: Alles und Nichts; d. h. jeder 
Stoff, selbst das so harmlose Kochsalz, das wir täglich in Menge ge- 
nießen und das fortwährend in unseren Adern rollt, kann als Gift 
auftreten. Die Frage, ob Gift oder nicht, ist rein eine Frage der 
Menge, der Concentration. Und wenn wir den Namen „Gift“ nicht 
allen, sondern nur gewissen Stoffen geben, so rührt dieß davon her, 
daß manche schon in sehr geringen Mengen giftig wirken, andere 
erst in s&' r großen Mengen. 
Docy zuvor: Worin besteht denn die giftige Wirkung? 
In letter Instanz können wir natürlich einfach sagen: in der Ver- 
nichtung des Lebens. Allein da in diesem Fall, wie man sagt, 
„Hopfen und Malz verloren ist“, so steht die praktische Frage so: 
woran erkennt man, ob ein Stoff bei ungehemmter Einwirkung das 
ehen vernichten wird? Welches sind also die Erstwirkungen eines 
iftes ? 
Dies» Frage hat die Wissenschaft noc< nicht exakt gelöst. 
1) Sie kennt nur die Symptome der Vergiftung durch bestimmte 
Giftstoffe, also die der Arsenik-, Ble1-, Ipium-, Blausäure-Vergistung 2c., 
hat aber kein : ''zemer:128 Kennzetchen. 
"ve L.8zerigen Angaben gestatten die Erkenntniß erst, wenn 
bereits GC“; rx ein". treten ist, und solcher sich bei der Prüfung aus- 
zusehen, 1,- :. der täglichen Praxis eine sonderbare Zumuthung. 
Meinc Hcrvenmessungsmethode* hat diese Lüke ausgefüllt; man 
fann auf die einfachste Weise sic) jeder Zeit, ohne jede Gefahr und 
ohne jeos Zuhilfenahme <emischer Operationen und Kenntnisse über- 
zeugen, ob etwas giftig ist oder nicht, und zwar so: 
Tie Endwirkung des Giftes ist Tod, d. h. Aufhören der 
wilikürlihen (sowohl wie der unwillkürlichen) Bewegungen, die An- 
fang8wirkung ist Verlangsamung. der willkürlichen Be- 
wegungen. Um also zu wissen, ob etwas giftig ist, genügt es, die 
Geschwindigkeit einer möglichst einfachen, genügend eingeübten willkür- 
lichen Bewegung, 3. B. die Zeitdauer eines Fingerdruckes mehrere Mal 
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