Volltext : Für Bauplatz und Werkstatt / Monatsschrift der staatlichen Beratungsstelle für das Baugewerbe (Jg. 1938, Bd. 11, Heft 1/12)

Diese Ausführungen zeigen wie die klimatischen
Verhältnisse zusammen mit den vorhandenen Werkstoffen
 die Eigenart der Baukunst eines Landes oder
Landesteiles bestimmten. Die Wohngewohnheiten
und Gepflogenheiten taten das Übrige, um einen
bestimmten baulichen Charakter festzulegen. Diesen
eigenartigen und ausgesprochenen Charakter der
alten Bauten empfinden wir als schön. Und der
Heimatschusß hat recht, wenn er diesen Landescharakter
 schügt. Der Urgrund für solche Schönheit
ist aber die Richtigkeit des Konstruktiven, die sich
für ein Klima und Land durch lange Erfahrungen
— auch an Bauschäden — herausgebildet hat. Auf
diese Weise sind die beiden Begriffe gut, d.h.
dauerhaft und schön von altersher mit einander
verknüpft. Alle beide sind Forderungen, die unsre
Zeit wieder in solcher natürlichen Vereinigung an
uns stellt.

XONSTRUKTIVE EINZELHEITEN UND WINKE FÜR DACHGESIMSE

Der Ortgangvorsprung

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TAÄALSCH RICHTIG

Abb. 228

Der Ortgang wurde früher an den Giebeln einfacher Gebäude manchmal nur
dadurch gebildet, daß die Dachplatten um 2—3 cm über den Hausgrund vorsprangen.
 Dies führt aber immer dazu, daß bei Regen die Giebelseite schon
von oben an durchnäßt wird. Bei verputßtem Giebelfeld sollte gerade der obere
Rand, wo der Put aufhört, geschütßt werden. Wenn der Regen weiter unten auf
die Pugfläche auftrifft, so schadet dies weniger. Am Rand oben aber kommt es
bei oft wiederholter Durchnässung leicht zur Abbröckelung des Putges. Deshalb
 ist ein Gesimsvorsprung von 15—25 cm bei verputten Giebelhäusern zu
empfehlen. Will man auf einmal fertig sein, so wird die profilierte Leiste zugleich
als Zahnlatte ausgesägt. In ähnlicher Weise kann auch ein guter und zweckmäßiger
 Ortgang durch Verlängerung der Dachlatten und Anbringung von Zahnlatte
 und Windbrett erreicht werden. Die ausgesägte Zahnlatte hat dann zugleich
als Wassernase zu dienen. Damit möglichst wenig Wasser an der Zahnlatte
herunterläuft, werden üblicherweise die Ziegel am Ortgang durch einen eingeschobenen
 flachen Holzkeil angehoben. Diese kleine Mehrarbeit des Keils lohnt
sich und ist bei Giebeln durchweg zu empfehlen.
            
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