Full text: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1883, Bd. 2, H. 1/15)

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Region zuerst die verhängnißvolle Wirkung der heißen Zonen erfährt. 
-=- J<h möchte hinzufügen, daß ich in Shropshire habe sagen hören, 
daß Schafe, welche von Schiffen importirt wurden, obgleich selbst in 
gesundem Zustand, häufig Krankheit in der Heerde erzeugten, wenn 
man sie mit anderen in denselben Pferch sperrte. 
Aus unserem Geschäftsbekrieb. 
Hier ist zuvörderst das Kapitel Bett vorzunehmen, wobei ich 
aber den ganzen Entwickelung8gang, den das Bett genommen hat, 
kurz recapituliren muß. 
Wie in meinem Buche zu lesen, war es Herr Gustav Köber, 
dessen Mittheilungen über Kunstwollfabriken mir die Lösung des Woll- 
räthsels brachte, und die praktische Konsequenz war die, daß Herr Köber 
Fabrikant der Normalbetten wurde. Derselbe fabrizirte bereits zuvor 
jeit Jahren Matraßen mit Kunstwollfüllung aus gröblich zer- 
rissenen Abfällen der Schneidergeschäfte. Der Ueberzug war der ge- 
wöhnlich zu Matratzen verwendete Leinwanddrell. Schon diese Matraten 
hatten, wie mir aus den bei Herrn Köber liegenden Zeugnissen klar 
war, einen sanitären Vortheil gegenüber den gewöhnlichen Noßhaar- 
matraßen, den ich erst später ganz verstand = worüber nachher. 
Die Umwandlung dieser Matratzen in Normalmatraten bestand 
in der Ersezung des Drells durch grauen Wollfilz. Der Jnhalt 
blieb der gleiche; man suchte nur durch vollfommenere Sortirung die 
in der Füllung unvermeidlichen Pflanzenfasertheile möglichst zu ver- 
mindern. Daß eine absolute Beseitigung niht möglich war, wurde 
in Nr. 3 des Monatsblatts erster Jahrgang pag. 43 ausführlich 
dargelegt, und ebenso auch dort (siehe Anmerkung pag. 42) von einem 
praktischen Arzt auf Grund eigener Versuche die Unmöglichkeit der 
Ersezung der Kunst wolle durh Naturwolle (wegen ungenügen- 
der Elasticität) constatirt. 
Diese ersteren Normalmatraßen haben außer mir und meiner 
Familie hunderte von Personen erhalten und übereinstimmend constatirt, 
daß dieselben einen gewaltigen hygienischen Fortschritt repräsentiren, 
troß ihrer nicht völligen Pflanzenfaserfreiheit. Heute schlafen noch 
5 meiner Familienmitglieder auf solchen Matratzen und Kissen, ohiie 
daß ich Ursache hätte mit ihrer Gesundheit unzufrieden zu sein, denn 
was bei ihnen noh vorkommt, sind Kleinigkeiten, von denen man in 
einem andern Haus gar nicht reden würde. Eine neue Wendung 
trat mit der Entde>kung der Farbstoffwirkung ein, die ich zuerst an 
der Oberkleidung und dann auch an diesen Matratzen machte, und von 
nun an sah ich sie nicht mehr als das Beste sondern als ein Ueber- 
gangsglied bei der Bettreform an. Erst im August vorigen Jahres. 
war die Verbesserungsbestrebung so weit gediehen, daß in Nr. 40 des 
Monatsblattes statt der bis dato mit 50 Mark bezahlten gewöhnlichen 
Normalmatraze eine bessere um 66 Mark den Abnehmern offerirt
	        

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