Full text: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1883, Bd. 2, H. 1/15)

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fommt; ich weiß also, daß ich längst 10 feinfühlig war, um C>el 
vor den Eigenschaften der Pflanzenfaser zu haben. Daß die Tisch- 
wäsche abscheulich riecht und zwar abwechselnd nach Seife oder nach 
Spülwasser, darüber ist kein Zweifel; es ist deShalb kein geschäft- 
liches Plusmachen, daß Herr Schmich Wollservietten und -Tischtücher 
verfertigen läßt, und no< mehr Verzeihung wird jeder dieser Aus- 
dehnung unserer Sache gewähren, der diese geradezu prächtigen Ob- 
jekte, die einen Glanzpunkt in unserem Berliner Ausstellungskasten 
bilden, ansieht, angreift und beriecht. 
Zum Schluß noch ein zweiter Punkt: die vielfachen Klagen 
über verzögerte Lieferung seitens meiner Geschäftsleute. Die 
Antwort steht eigentlich in der folgenden Mittheilung dieser Nummer, 
die aus dem Berliner Börsencourier abgedruckt ist. Seit den 
Berliner Vorträgen ist die Nachfrage nach - den Normalartikeln plöß- 
lich so in die Höhe geschnellt, daß troß der energischsten Anstrengun- 
gen nicht alle Geschäfte mit der Nachfrage gleichen Schritt halten 
können. I< versichere, daß das Möglichste geschieht, um das Gleich- 
gewicht wieder herzustellen, aber Geduld ist vonnöthen. Jäger. 
Kleinere Mittheilungen. 
Wie der Wind in Berlin weht, konstatirt folgendes Artikelchen in 
dem Berliner Börsencourier vom 1. Mai d. J. 
Etwas Anderes ist's Meinungen über einen Gegenstand zu haben, 
etwas Anderes, Thatsachen zu konstatiren, und so mag man denn über 
die vielbesprochene, vielbespöttelte und vielbelachte Wollen-Theorie des 
Herrn Professor Jäger in Stuttgart venfen wie man will, =- die 
Thatsache verdient erwähnt zu werden, daß die Anhänger dieser Theorie 
in einem geradezu unerhörten Maße gewachsen sind. Die Württembergischen 
Webereien, welche die Jäger'schen Wollkostüme, von dem intimsten Kleidung3- 
stücke angefangen, für die Jünger des Stuttgarter Professor Jäger her- 
stellen, haben Tag und Nacht zu arbeiten, und die Zahl Derer, die sich 
nach Jäger'scher Wollentheorie kleiden, zählt in Deutschland gewiß sc<on 
nach Hunderttausenden. Zn unseren Parlamenten, an der Börse und unter 
unseren Künstlern, =- überall kann man Leute finden, die nicht höher 
schwören als bei der Jäger'schen Wolltheorie. Wir kennen einen der be- 
kanntesten Deutschen Bühnen-Künstler, der sogar eine =- Uhrkette aus 
Wolle trägt, von vem wollenen Shlips, dem wollenen Hut mit dem wollenen 
Futter und allen sonstigen Kleidungsstücken ganz zu schweigen. Allgemein 
behauptet man, daß gegen Nervosität und dergleichen Leiden die Wollen- 
kleider gute Dienste erweisen. Ob sich's hier um eine hygienisc<e Mode 
handelt, ob die Erfahrung jene Behauptung bestätigt , das wird erst die 
Zukunft lehren. Oft genug hat man ein neu auftauchendes Heilmittel 
over eine Mode, welche Krankheiten verhindern sollte, für eine Panacee 
gehalten =- und später ist das Mittel in Vergessenheit gerathen. Die 
Jäger'sche Wollentheorie ist nun aber einmal in Mode gekommen, von den 
wollenen Betten anfangend bis zu den mit Wolle gefütterten Hüten. Die 
Ozogenlampen, welche der Luft Sauerstoff zuführen, und die ebenfalls
	        

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