Volltext: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1883, Bd. 2, H. 1/15)

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daß bei unserer heutigen Art zu bauen, zu wohnen und zu schlafen eine 
reine Luft nur auf dem einen Wege, dem Oeffnen des Fensters, hergestellt 
werden kann, rechtfertigt die Fragestellung in dieser Form. Sobald mir 
Jemand ein Schlafzimmer erfindet, in welchem ich beim geschlossenen Fenster 
mit jedem Athemzuge ebensoviel reine Luft wie im Freien, von derselben 
prozentischen Zusammensehung, von gleicher Temperatur, von demselben 
Feuchtigkeitsgehalt 2c. erhalte wie das die Hygienie verlangt =- alsobald 
habe ich von ärztlicher Seite Nichts mehr dagegen einzuwenden, wenn Jemand 
in selbigem Zimmer bei geschlossenen Fenstern schläft. In meinem Sclaf- 
zimmer bleiben die Fenster deßwegen doch offen. Mir erscheint das sicherer. 
Also Fenster auf und Gott befohlen, Herr X. Gute Nacht und Nichts 
für ungut. Es war auch meinerseits nicht so böse gemeint. Dr. N; 
Die weiße und die gefärbte Hauk unserer Hausthiere. 
Ein mir eingesendeter Zeitungsausschnitt lautet: 
„Daß die durchweg dunkelhaarigen Pferde, Rinder und Schweine in 
der Regel härter von Konstitution sich erweisen, als die hellfarbigen, weiß- 
bunten, mit vielen weißen Abzeichen versehenen, ist als eine Erfahrung3- 
sache bekannt; weniger wohl, daß die Hautfarbe dabei die Hauptrolle 
spielt. Nur die weißgeborenen Pferde, nicht die Schimmel, haben eine 
weiße Haut; letztere vielmehr eine dunkle, worauf auch Professor Dr. Da- 
mann aufmerksam macht. Sinnreich sucht derselbe die geringere Wider- 
standsfähigkeit der weißen Haut aus physiologischen Gründen nachzuweisen ; 
sie sei feiner und zarter gefügt; ihr Kapillargefäßneß sei reichlicher ent- 
wickelt, weshalb sie den nachhaltigen äußeren Einflüssen bessere Angriffs- 
punkte biete. Obendrein fehle der weißen Haut und den (großen) weißen 
Abzeichen bei unseren weißen Hausthieren das „Pigment“, welches auch 
einen gewissen Schuß verleihe. Mit Ausnahme der Schimmel zeugt dunkle3 
Haar auch von dunkler Hautfarbe, und wisjen wir, daß der völlig schwarze 
Rappe und der „konstant“ durchaus braune Gaul mit schwarzen Extremi- 
täten, nämlich Beinen, Mähne und Schweif -- z. B. der „Cleveland Bay“ 
-=- von ungewöhnlich harter Konstitution sind; ebenfalls, daß die verschie- 
denen „konstant“ braunen Rindviehrassen härter sind als die bunten, be- 
sonders die mehr weißbunten oder gar weißen; ferner, daß die schwarzen 
Schweinerassen, z. B. die Berkshires und die Essex, härter von Konstitution 
sind, als die weißen Rassen, z. B. die Yorkshires und die Lincolnshires. 
Endlich findet die von physiologischen Gründen unterstüßte Behauptung 
ihre Bestätigung namentlich bei den downartigen Schafen mit dunklen Ex- 
tremitäten, Kopf und Beinen, deren Haut auch gefärbt ist, denn diese sind 
erfahrung3mäßig von härterer Konstitution als irgend eine weiße Sc<af- 
rasse in England, wobei die etwas gefärbte Haut der ersteren ohne Zwei- 
fel auch eine Rolle spielt. Dasselbe bestätigen die grau- und schwarz- 
haarigen Heidschnucken. Die bei unseren Landschafen hin und wieder vor- 
kommenden sc<warzwolligen Individuen, sowie die einzelnen Schwarzköpfe 
unter den Frankenschafen und die Fuchsköpfe unter den Rhönschafen sind 
offenbar Spielarten und ändern die ihrer Rasse eigenthümliche Konstitution 
nicht.“ 
5 Zu obiger, den Thierzüchtern sehr wohl bekannten Thatsache, daß 
dunkelgefärbte Thiere abgehärteter sind als helle, gebe ich folgende Ergänzung 
in Bezug auf den Menschen: der Grund der abhärtenden Wirkung schwarzer
	        

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