Full text: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1883, Bd. 2, H. 1/15)

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Schweißband gemacht, aber die Wolllige ist noh nicht allgemein 
gefallen = Herr May ser meinte, an den betreffenden Faconen sehe die 
Schnur nicht gut aus und die Leute gehen eben doch sehr auch nach 
dem Aussehen. Das muß ich respektiren, aber was ich thun darf, ist, 
daß ich hiemit der Wolllize den Krieg erkläre und die Leser auffordere, 
die „Hutschnur“ zu verlangen. Denn Herr Mayser hat wieder völlig 
recht, wenn er sagt: „Ja wenn die Kundschaft die Schnur - verlangt, 
ist das ganz was anders, als wenn es der Herr Professor verlangt, 
denn die erstere kauft mir die Hüte ab, und der Herr Professor nicht.“ 
Die Frage ist jezt nur die, kann man auch die gefärbten Hüte 
-- den Festhut und den Trauerhut =- ohne Einlage tragen, denn hier 
handelt es sich um das Abfärben. Meine Erfahrungen beantworten obige 
Frage mit ja! I< habe von den JIndigohüten =- die Blauholzhüte 
trage im nicht mehr = kein Abfärben bemertt, trozdem ich in dem 
Einen derselben (Indigomelange daher von eisengrauer Farbe, auch 
sehr hübsch) schon einigemal stark schwitzte. Zur Prüfung des Fest- 
hutes (d. h. des indigoschwarzen) auf Schweißfestigkeit hatte ich noch 
keine Gelegenheit. Jedenfalls rathe ich auch hier dem Leser ihn zu- 
nächst ohne Schweißband zu tragen, ein solches ist ja rasch herein- 
gemacht, wenn er abfärben sollte. 
Endlich noh eines über den Hut. Warum tragen die Damen 
in ihren Hüten keine Schweißbänder ? Sie haben es nicht nöthig, da 
sie sich den Hut nicht in die Stirne herein, sondern nur auf den be- 
haarten Theil des Kopfes sezen. In Jtalien macht es die Männer- 
welt ebenso: ferner sieht man an griechischen und römischen Antiken, 
daß auch die Alten den Hut „stirnfrei“ getragen haben, und im Mittel- 
alter war es gerade so. Im Sommer kann man auch bei uns oft 
genug, namentlich auf dem Land, Männern begegnen, welche so ver- 
nünftig sind, ihren Hut aus der Stirne herauszurücken und ins Geni> 
zu seen. Warum thut man das nicht allgemein und nicht immer ? 
Man sagt vom Mann, daß er als Verstande3mensch seinen Kopf mehr 
anstrengen müsse, als die mehr mit dem „Herzen“ arbeitende Frau. Das 
ist auch richtig, aber warum plagt nun gerade er seinen Hirnkasten, indem 
er seine Stirn in einen festen Reif einzwängt, der alle Ausdünstung 
hemmt? Sitzt der Hut nur auf dem Haarboden, sv bilden die Haare 
das beste und natürlichste Schweißband und den besten Ventilationsring: 
Lakirt ist nur der, welcher keine Haare auf dem Kopfe hat, allein auch 
er wird sich wohler fühlen, wenn er den Hut aus der Stirne hinausrückt, 
I< trage ihn so. 
Zur Wollkur 
bitte ich folgende instruktive Fälle ganz besonders zu beachten. 
Ein <ronisch Leberleidender trägt nun schon seit mehreren Jahren 
die Wolle. Dieselbe hob sein Allgemeinbefinden sehr bald, die Heilung 
seines Leberleidens nimmt dagegen einen rhythmischen Verlauf,
	        

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