Full text: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1883, Bd. 2, H. 1/15)

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eingetreten, als mein Körpergewicht seit 4 Monaten auf 105 Pfund zurück- 
gegangen ist, der Auswurf früh und Abends ist unverändert, der Appetit 
ziemlich gut und Gottlob ohne Fieber! 
Jiarbe der Pferde. Eine arabische Erzählung, als Beitrag zum „Farb- 
stoffregime“, aus dem Arabischen überseßt von Stud. G. =- Ben Dyab, 
ein berühmter Beduinenhäuptling, wurde einst von dem Scheich der Ulad- 
Yagub verfolg“: Er wandte sich zu seinem Sohne und fragte ihn: 
„Welche Farbe haben die vordersten feindlichen Pferde?“ „Schimmel sind 
e3", antwortete dieser. „Gut“, rief der Alte, „so laß uns der Sonne 
entgegenreiten; sie werden schmelzen wie Butter“. Eine Stunde später 
wandte er sich wieder zu seinem Sohne: „Welche Farbe haben die vor- 
dersten Pferde?“ „Rappen sind es“, war die Antwort. „Gut, so laß uns 
steinigen Boden suchen und wir haben nichts zu fürchten; sie gleichen der 
Negerin aus dem Süden, deren Gelenke das Reißen haben und deren Fuß 
auf Kieseln strauchelt“. Die Flüchtlinge änderten die Richtung, und siehe, 
bald waren die Rappen weit hinter ihnen. Und abermals nach einer ge- 
raumen Zeit fragte der Vater: „Welche Pferde sind jezt die vordersten 
bei den Feinden ?" „Braune und Fuchsen“, war die Antwort, „Dann 
seht, daß ihr fortkommt, Kinder! Auf! gebt euren Pferden die Sporen. 
Die allein könnten uns einholen, denn sie sind ausdauernd, hätten wir 
nicht nach des Propheten Befehl unsere Pferde den ganzen Sommer 
über mit reichlicher Gerste gefüttert“. 
Also auch hier siegt: Naturbraun! 
Seefis<e Wirkung des Wollregimes. Aus dem Briefe eines Wol- 
lenen: „Früher war ich melancholischer Natur, leicht zum Trübsinn aufge- 
legt, das unwahre, tolle Treiben der Menschen machte mich menschenscheu, 
und ich verkehrte nur noch in Musestunden mit meinen Büchern und mit 
Musika. Da lernte ih Jhre Sache kennen. I< befolgte sie und bald 
war ich ein anderer Mensc<h geworden, ich fühle wieder des Menschen Be- 
stimmung, 1% bin nicht mehr zur Einsamkeit geneigt, ich muß hinaus in 
Gottes freie Natur oder unter lustige Menschen; kurz, mir ist's, als hätte 
ich den Fausttrank genossen.“ 
. Nachstehendes Zeugniß sür das Wollregime wird mir von dem 
Verfasser mit dem Bemerken zur Veröffentlichung eingesendet, daß er 
in Schweden und Norwegen und auch im Ausland in weiten Kreisen als 
Tourist, in Schweden daneben als boshafter (das wohl nicht so schlimm! 
Jäger) Kritiker bekannt sei, und so sein Zeugniß wo nicht ohne Nußen 
für die Förderung meiner Sache sein dürfte: 
„Als einer der ersten hier in Schweden, welche die Wohlthaten 
„Ihrer Bestrebungen für eine naturgemäße Bekleidung an sich selbst er- 
probt haben, halte ich es für Pflicht der Dankbarkeit, Ihnen öffentlich zu 
bezeugen, daß, sich an mir zu Hause und auf Reisen das Wollregime als 
ein überaus wohlthätiges bestätigt hat. 
Ohne alle schon hinlänglich bewährten Vortheile in hygienischer und 
psychischer Hinsicht zu erörtern, habe ich z. B. selbst im Sommer in Jtalien 
bei einer Hiße bis zu 35 Graden Celsius, 9 Uhr Abends, in der Nacht 
den ruhigsten, ungetrübtesten Schlaf genossen, und am Morgen den Kopf 
ganz frei und voll Lust zur Arbeit gehabt, und hinwieder bei nasser Kälte 
in Hen Alpen bei 6 Grad Celsius nie die geringsten nachtheiligen Folgen 
verspürt.
	        

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