Full text: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1884, Bd. 3, H. 1/12)

. DZME--m 
war ; und werde nach rationeller Anwendung auf die Resultate s. Z. zurück- 
kommen. 
Nicht unerwähnt kann ich lassen, daß ich seit ca. 7 Jahren vorherr- 
schend der vegetarianischen Diät huldige, die ich als Hauptursache gesunden 
Qeben3 bezeichnen muß. Leider aber sind die Vorurtheile im Allgemeinen 
so dagegen, daß man höchstens andeutend, nicht aber eingehend darauf Ge- 
hör sindet. 
Daß sich aber auch diese Ueberzeugung immer mehr Bahn bricht, be- 
weist, daß Neketoff, Professor und Rector an der Universität in St. Peters- 
burg, in seinem Werke: „Die Ernährung des Menschen in der Gegenwart 
und Zukunft“ (bei Hartung und Sohn in Rudolstadt) durch die Berechnung 
der Lebensmittel, und zwar der thierischen und pflanzlichen unwillkürlich zu 
ver Schlußfolgerung gelangt, daß die Zukunft den Begetarianern 
gehört. -- Ebenso war auch der Tonmeister Richard Wagner von der 
hygienischen Bedeutung der vegetarischen Diät und Wahrheit derselben 
Überzeugt. 
"Es dürfte wohl im allgemeinen Interesse liegen, wenn Sie auf die 
besondere Bedeutung des Schlafens bei offenem 5Fenster und in Bezug auf 
Ihre bereits gemachten Erfahrungen noch einmal darauf zurückkommen. 
Ich grüße Sie mit den besten Wünschen zum neuen Jahre und zeichne 
Hochachtend Adolf Grohmann. 
Anmerk. d. Red. Wir erlauben uns, zu bemerken, daß das Schlafen 
bei offenem Fenster nicht die Hauptsache oder die alleinige Ursache der er- 
zielten günstigen Resultate ist, denn daran, sowie an die kalten Abreibungen 
sind wir bereits seit 61 Jahren, d. h. von zarter Kindheit an, gewöhnt. 
Anders aber liegt es, sobald man Nachts vollständig in und auf Wolle 
liegt; dann fühlt man sich unbehaglich, sobald man wegen Regen und Sturm 
gezwungen ist, das Fenster zu schließen; ruhig schlafen, sowie erfrischt 
aufwachen kann man beim Wollregime nur mit offenem Fenster. Wenn 
Freund Grohmann wissen will, wie wohlthuend und. angenehm die Woll- 
kleidung ift, so muß er sie ganz und echt tragen, sonst rathen wir ihm, das 
Wollhemd lieber nur des Warmhaltens wegen über ein baumwollenes zu 
tragen, wie wir vor einigen Tagen einem Herrn St ,.... hier gerathen 
haben, der in dem wollenen Hemd stets schwißt und sich dann ungemüthlich 
fühlt. Nur das volle Regime macht uns fühlen, als ob wir ein anderer 
Mensc<h geworden wären, und deshalb rathen wir Allen, die es versuchen 
wollen, „es nachzumachen, aber recht!“ 
Berliner Jägerianerverein. 
Ein eigenartiges Bild einer fröhlichen Ballgesells<haft bot kürzlich 
der Saal des Beau'schen Restaurants in der Kommandantenstraße. 
An reich besezter Tafel hielt daselbst der hiesige Jägerianerverein 
seinen ersten Abendtisc<. Es hatten sich gegen hundert Personen (incl. 
der Gäste) eingefunden, deren ungezwungene, fröhliche Stimmung jedem 
Beobachter auffallen mußte. Der Grund zu derselben war denn auch 
bald ersichtlih. Hatte man doch von Seiten der Herren (mit Aus- 
nahme einiger Gäste) dem Prinzip des Meisters, Prof. Jäger, folgend, 
die Shranke der bisherigen Convenienz dur<hbrochen und statt des
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.