Full text: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1884, Bd. 3, H. 1/12)

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Gott? und welcher Art ist er? I< habe nah ihm in ganz gleicher 
Weise geforscht, wie bei den Faktoren der OrganiSmen: durch Selbst- 
beobachtung und Naturbeobachtung. Nun gerade in den Tagen, wo 
jener äußere Anstoß mich zwang, den Austritt ernsthaft ins Auge zu 
fassen, wurde durc< eine Naturbeobachtung das Ziel dieser Forschung 
vollends erreicht ; i< hatte einen für mich vollgiltigen Beweis von 
dem Dasein eines lebendigen Gottes, der die Herzen und Geschike 
der Menschen, und Wind und Wetter lenkt, und hatte zugleich die 
feste Ueberzeugung, daß ich ein Werkzeug in seiner Hand bin, und 
seine Führung es war, der ich meine Erfolge zu verdanken hatte. 
Obwohl Menschenfur<ht nie meine schwache Seite war, so hat doch 
auf mein Zögern, einen entscheidenden Schritt zu thun, zum Theil 
auch die Erwägung eingewirkt, daß meine dienstlihe Stellung mir 
einen gewissen Schuß gewähre. Dieses Gefühl verschwand natürlich 
in dem Moment, in welchem ich erkannte, daß Gott mich beshüßt, ich 
also keines anderen Shußes mehr bedarf und mein Entschluß stand 
im selben Augenbli> fest, als ich die erwähnte lezte, für mich ent- 
scheidende Naturbeobachtung gemacht hatte. So betrete ich denn jett 
meine neue Position mit dem Wahlspru<h: Gott mit mir! 
Jäger. 
Hufeland über Wollbekleidung. 
Unter der gleichen Ueberschrift habe ich in Nr. 2 des Monat3- 
blatt3 vom Dezember 1882, wie dort ausdrüclich bemerkt nicht aus 
Huf "and's Originalwerk, sondern aus der Zeitschrift „Fundgrube“ 
Juliheft 1882 ein günstiges Urtheil Hufeland's über die Woll- 
kleidung angeführt, und pflege bei meinen öffentlichen Vorträgen 
diesen Passus ebenfalls vorzulesen. Später fand ich bei der Nachsicht 
des Original3, daß Hufeland eine Einschränkung gemacht, hatte, 
die er kurz so zusammenfaßt : 
„Aber sie (die Wolle) kann auch schaden, Allen denen die schon 
von Natur zu sehr starken Schweißen geneigt und noch in solchen 
Jahren sind, daß sie dieses Uebel lo8zuwerden hoffen können; Allen 
die von Natur einen großen Ueberfluß an *hierij&cr Elektrizität, 
Lebenskraft, Wärme haben; Allen die Hautaussc<hläg2 "aben, oder sehr 
dazu geneigt sind; Allen die nicht im Stande sind, v«u-> Bekleidung 
oft zu wechseln, oder wenigstens alle 8 bis 44 Tage frisch gewaschen 
anzuziehen; Allen diesen 'widerrathe "ich sie; höchst jc<hädlich ist es, 
wenn junge Leute Beinkleider von solhen wollenen Zeugen tragen. 
Aber auch da wo sie heilsam ist, empfehle i<h doch immer nur ein 
solches wollenes Zeug, das nicht zu rauh, nicht zu dik, und porös 
gewebt ist.“ =- Im ganzen genommen glaube ich, daß es nicht gut 
wäre, wenn die“wollene Hautbekleidung allgemein eingeführt würde, 
wenigstens würde ich sie nie einem Kind oder jungen Menschen an- 
gewöhnen.“
	        

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