<< 130
milch und sagte: durc< Zuthat von Süßigkeit kann der Kuhmilchtrunk ja
ganz ähnlich gemacht werden, ohne Schädigung des kleinen Magens, wenn
unser vielverdienter, unermüdlich forschender und denkender Herr Professor
Recht bekommt, daß der der Magensäure wegen gefürchtete Zucker eines
der besten Nährmittel ist und daß nämlich seine ganze Schädlichkeit einfach
in der Beimischung des Bläumittels liegt. Gesagt, gethan! =- J< probierte
und der kleine Bursche hat bei der total veränderten Nährweise
im Gedeihen und Wohlbefinden sich genau so verhalten wie bei der Muttermil<.
-- Nun habe ich ja einen Doktor med. zum Schwager; dem berichtete
ich mit vielem Entzüken von meiner glücklichen Erfährung. Dexrselbe
faßte dadurc< Vertrauen und versprach mir, bei seinem 16 Monate
alten Knaben, der von der Entwöhnung an, die im 5. Monat erfolgte,
sich vecht schlecht nährte und absolut kein Gedeihen aufwies, dasselbe verjuchen
zu wollen, und o Freude! =- von dem Tage an, wo Jhr Zucker
dem kleinen Kinderessen beigegeben wurde, konnte ein ganz wesentlicher
Fortschritt in seiner körperlichen Entwieklung konstatiert werden, was sich
nicht allein durc<h regelmäßige Wägungen festjtellte, sondern auch besonders
dadurc<, daß er fest auf den Beinchen wurde und zur größten Ueberrashung
selbständig und allein zu marschieren anfing. Auch hat sich der
vormal35 kranke Gesichtsausdruc> in ein blühendes , frisches Aussehen verwandelt.
Durch diese Thatsache hat mein Schwager die bestimmte Ueberzeugung
gewonnen, daß der von Ihnen in Handel gebrachte Zucker ein
ganz wesentlicher Vorteil für die diffizile Kinderernährung ist und wendet
denselben im Augenblik in 8--9 andern Fällen in feiner Praxis an und
jedesmal no< mit gleich überraschendem Erfolg, selbst bei Kindern, die
sich am Rand des Grabes befunden hatten! =- I< mache Ihnen, sehr
verehrter Herr Professor, diese Mitteilungen um so gerner und freudiger,
als doch ich und meine ganze Familie dur< das Wollregime schon so
große gesundheitliche Vorteile hatten.“
Vereinsnachrichten.
In Breslau wurde am 20. November 1886 ein „Verein der
Wollenen, System Prof. Dr. med. G. Jäger“ gegründet. Zuschriften
in VereinSöangelegenheiten sind an den Schriftführer Herrn Georg Riemens<neider,
Kapellmeister, Breslau , Tauentienstr. 53,1 zu richten.
Kleinere Mitteilungen.
Doktor und Tapezierer. Da3 „Berliner Tagblatt“ (10. Juli 1886)
schreibt: „Der praktische Arzt Dr. K. litt in seiner jehigen Wohnung
an einer dumpfen Empfindung im Kopfe, sobald er sich längere Zeit in
seinem Konsultationszimmer aufgehalten hatte. In der Annähine, daß
diese unliebsame Erscheinung auf die Anstrengung in seinem Berufe zurückzuführen
sei , hah er sie als etwas Unvermeidliches hin. Während
seines Zaden femi es wurde das betreffende Konsultationszimmer neu
tapeziert und hierbei ermittelte der diese Arbeit ausführende Tapezierer,
dem der Arzt zuweilen über sein Unbehagen geklagt hatte, die wahre Ursache
desselben, Die Farbe der alten Tapete erschien nämlich dem Meister
verdächtig, weshalb er die <emishe Untersuchung derselben veranlaßte.