Full text: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1888, Bd. 7, H. 1/12)

146() 
Fäbrikation von feinen Tuchen paßt. Das hat die Erfahrung gelehrt, 
aber es dürfte fo ziemlich alles fein, was man weiß, sicherlich blutwenig 
in Bezug. auf die große und wichtige Frage von dem Einfluß der Futter- 
mittel auf den Wollharakter des S<hafes. Außer dieser Frage aber 
harren noch viele andere der Erledigung durch die Wissenshaft, so die 
von dem Einfluß -der künstlichen Dungmittel auf die Futterpflanze und 
durch sie auf die Wolle des Schafes, von dem Einfluß der  Melivo- 
ration. 20... 
„Schon daraus ergiebt sich, daß man von der Wissenschaft keine 
Besserung in der Wollschafzucht erwarten darf, wie denn die Jahrtausende 
menschlicher Geschichte lehren, daß die Wissenschaft der Erfahrung niemals 
voran-; sondern immer erst nachgeschritten ist, daß die tastende experimen- 
tierende Trfahrung oft shon Jahrhunderte vorher zu praktischen Grund- 
säßen o»lapngt war, ehe die exakte Wissenschaft den "Nachweis von dem 
Recht derselben. zu: führen vermochte. Also -- will die Wollschafzucht das 
Heil ru der Wissenschaft erwarten, sd mag sie sich getrost begraben 
lassen" 
sten. Bezüglich des Fastens teile ih Ihnen mit, daß: ich gegen 
jede? „x bei mir einigemal auftretendes Hal3weh mit Fiebererscheinungen, 
welt 5 immerhin 8--14 Tage dauert, als Mittel das Fasten anwende. 
Es. li-3t schon in meiner Natur, daß ich, so oft ich mich unwohl. fühle, 
fast 0% m<ht8>w"%x essen, selten etwas trinken mag, Als ich im Fe- 
bruar -d. IJ. drei: Woß2n krank war, konnte ich kein gesottene3 Fleisch auch 
nur von weitem riechen; es kam mir, auc< wenn es ganz frisch war, stets 
stinkend vor. Nachdem ich. nun vollständig wieder hergestellt bin, will mir 
das Fleisch. nicht wieder sc<me>en wie früher. 
| Dax Kulturhistoriker Riehl schreibt in seiner Schrift „Die Fa- 
mili2“ ,  * wonde. gegen. jede Krankheit folgende. Mittel an : Bewegung, 
Fasten, Schlaf. | 8:5: 
Ein Bolksmit?. * als ultima ratio. GEiner meiner Kollegen ex- 
zählte mir von seinem», ater, daß derselbe die Zu>erkrankheit gehabt habe. 
Der 2“,t wendete all? Mittel dagegen an, jed*4 umsonst; am Ende seiner 
Kunst :ay32kommen, riet er, man jolle, sich nach einem Volksmittel erkun- 
digen und es mit einem sol<hen versuchen. Als Volksmittel gegen 
die Zu>&e"frankheit. wurde folgendes ausfindig gemac<ht : Man kocht 
Leinsamen ab, /2 älter derselbe ist, desto besser; dev-Absud soll so di> wie 
Mögli ve “(wie Leim); davon wird alle: Tage dreimal getrunken. =- 
Dies Mittel. „1 I . 25): 
Norma'"“vier. Ein Wollener schreibt mir : „Das Normalpapier, 
von- welchem ic? ja neuerdings ein. Quantuin bestellte , gefällt mir sehr, 
es schreibt sih sehr angenehm leicht darauf. Die Feder findet wenig Wider- 
stand und die das Papier berührenden «Finger fühlen „dasselbe als ange- 
nehm,- nic<t kalt und lähmend wirkend. Nur schade, daß-nicht die Schreib- 
hefte: unserer Schüler aus diesem Papier hergestellt werden. - Wenn ich 
Net mehrere stan 'von' Büchern aus unnormalem Papier durchsehe , so 
fühle ich es stets in- der/ Nase und im Halse; ich werde etwas heiser'oder 
rauh im Halse und die Nase verstopft. sich. . Zm höchsten Grave ekelhaft 
ist-mix gar der Duft äus- meinen Bücherschränken, besonders denjenigen, 
in -welchen- sich! so ve<t alte Schärteken-befinden.““ | 
Fortsekung in der Beilage,
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.