Full text: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1888, Bd. 7, H. 1/12)

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bezüglich des Düngers dreierlei Teile in Betracht: Frucht, Laub und 
Holz. Der entsprechendste Dünger für die Frucht ist die Latrine, für 
den Laubwuchs --- verrottetes d. h. von Pilzen verzehrtes Laub, und 
für das Holz -- Holzasche, gewissermassen das Exkrement des Feuers, 
welc<hes das Holz verzehrt hat. Jh glaube nicht, daß ein Leser dieses 
Jezept ernstlich wird anfechten wollen; denn es de>t sich so voll- 
kommen mit den Erfahrungen des Forstmanns über den Dungwert des 
Laubs für den Wald, des Baumzüchters über den Wert der Holzasche 
und der Latrine, daß man das Rezept eigentlich eine Binsenwahrheit 
heißen muß. Eine Lehre, die zu solchen Binsenwahrheiten führt, Phan- 
tasterei und Utopie zu nennen, ist also unqualifizierbar. Für das Ver- 
hältnis, in welchem diese drei Stoffe gemischt werden sollen, und ob allen- 
falls Mineralstoffe und welche no< darunter zu mengen wären, hängt 
natürlich von den speziellen Verhältnissen, namentlich denen des Bodens 
ab, und dies ist eine Frage, in der andere Leute urteilsfähiger sind 
als ich. ZUNE. 
Der Bienenhonig als Heilmittel. 
„Der praktis<e Ratgeber im Obst- und Gartenbau" schreibt in 
seinem 3. Jahrgang 1888 Nr. 17 über diesen Gegenstand : 
„Wenn sich in dem großen Sprechsaal unseres lieben Ratgebers die 
Bienenzucht wiederholt unter die schon mehr legitime Blumenzucht und 
Obstbaumzucht mischte, so geschah es stet8, um ihr Freunde zu erwerben, 
um ihr Eingang in manchen wunderschönen Garten zu verschaffen. =- 
Heute will. sie sich an die wenden, welche sich durchaus nicht mit ihr befassen 
können, die aber demnach ein überaus wertvolles Produkt derselben beachten 
und schätzen lernen sollen, den Honig. -- Wird immer mehr dessen Wert 
und Güte erkannt, so wird er auch viel gesucht und gekauft werden, und 
es wird sich ganz von selbst die Bienenzucht weiter ausbreiten. 
„Haben nun die Nichtimker wirklih Grund, sich um den Honig zu 
kümmern? Jst er nicht doh mehr oder weniger nur eine angenehme Nascherei ? 
= Nun, dem Hause des Jmkers ist er eme solche nicht mehr. Er ist ihm 
aber Zucker und Butter und ist ihm =- bei fast gleihem Preise =- noh 
besser als diese, ein überaus leicht verdauliches und höchst zuträgliches 
Nohrungsmittel: Der Honig geht =- wie dies auch dei den Bienen selbst 
der Fall ist = fast ganz in das Blut über und hinterläßt nur ganz geringe 
Nücstände. Aber der Honig ist mehr als das; ex ist der leidenden Mensch- 
heit ein unschäßbares Heilmittel. -- Von alters her hat er sich diesen 
uf erhalten und im Munde des Volkes wird ihm nachgesagt, daß ex so viel 
Arzneien in sich vereinige, als Blumen und Kräuter ihren Saft herge- 
geben haben. 
„Worin besteht“nun die besondere Kraft des Honigs? Diese Fräge 
wird in Nr. 1 der Nördlinger Bienenzeitung von 1888 von sachkundiger 
Seite beantwortet. Die Ausführung ist im Auszuge folgende: Der Blu- 
menhonig wirkt direkt und indirekt, direkt, wo er mit den kranken Organen 
in Berührung kommt, also in der Mundhöhle, dem Rachen, Hals, „Magen. 
Er wirkt hier zunächst als Antiseptikum, indem die im Honig. vorhandene
	        

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