Full text: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1888, Bd. 7, H. 1/12)

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mand auf Anwendung der Wollentücher verfallen ist, die wahrscheinlich 
feinen unangenehmen Geruch annehmen werden.“ 
Wollwäsche. In der Beilage zu Nr. 12 des „Monatzblatt“ befin- 
det sich eine Notiz von S. K., einer Dame in Ch., wonach das sorg- 
fältig* Plätten mit sehr heißem Eisen nicht nur das Eingehen weißer 
Wollwäsche beim Tro>nen völlig verhindert, sondern auch bereits einge- 
gangene Wolle wieder in den früheren Zustand bringt. 
Dies deutet bei- einiger Ueberlegung darauf hin, daß es Fettsäure- 
verbindungen sind, welche EE nicht ganz vorzüglicher Behandlung in der 
Wäsche selbst in den Zeugen und Stoffen zurücbleiben. Diese mögen 
venn das spätere Eingehen veranlassen, was nicht geschieht, wenn sie beim 
Plätten mit fehr heißem Stahl entfernt, resp. zerseßht werden. Es erklärt 
sich denn auch, daß auf diese Weise gebügelte, schon eingegangene Wolle 
wieder gut wird. 
Eine richtige Wollwäsche darf nun aber diese Fettverbindungen gay 
nicht in den Hemden: und Wollsachen sich festsehen lassen, und wenn wir 
sie in <emishen Wäschereien vornehmen lassen, wo das fettlösende 
Benzin unter Druck wirkt, erhält man die Jägersachen meist tadellos ge- 
reinigt. Aber auch im Hause kann man das gleiche Ergebnis erzielen, und 
das Plätten, ganz besonders aber das mit sehr heißem Eifen über- 
flüssig machen. Dies ist gewiß kein Nachteil. Die Gefahr des Versengens 
dürfte bei überhißtem Bügeleisen nicht ausgeschlossen fein und auch bei fo 
behandelter Wolle Filzigwerden mit der Zeit leicht eintreten. 
Nach Anleitung meiner Frau werden Jägersachen in gekochtem, 
warmem Seifenwasser gleich nach dem Einweichen entshmußt, dann aus- 
gerungen in lauwarmem Wasser gespült. Aus diesem Wasser nun muß 
die Wäsche so rein wie irgend möglich gedrückt beziehentlich ausgewunden 
werden, dann ist sie mit thunlichster Bes<hleunigung an Sonne und 
Luft zu tronen. Die Wäsche darf ja nicht ausgespült liegen bleiben. 
Nach dem Trocknen werden Hemden, Unterkleider 2c. mit der Hand ge- 
strichen und zusammengelegt. Plätten überflüssig, des besseren Aussehens 
wegen kann man etwaige Einfassungen, Bündchen mit nicht zu warmem 
Stahl bügeln. Beim Tro>nen muß darauf gesehen werden, daß die Wäsche 
hübsch formentsprechend hängt. 
: Diese Mitteilung von S. K. ist nur für die Fälle anzuwenden, ws 
eine geeignete Behandlung beim Waschen nicht vorgenommen wurde. 
Schloß PBlars5'b. Meran. Dr. Max Vogel. 
- Zu vorstehender Mitteilung wage ich es natürlich nicht, ein eigenes 
Urteil über den Vorzug der einen oder andern Wasc<hmethode abzugeben. 
Recht scheint mir der Einsender darin zu haben, daß die Seifenrükstände 
vom Uebel sind. Ob man sie nun aber durch vermehrtes Auswaschen und 
Ausringen“ ohne Plätten over wie die Einsenderin in Nr. 12, 1887 haupt- 
sächlich durch Plätten, also durh Anwendung von Hiße, entfernt, darüber 
entscheidet sicherlich auch sehr die Beschaffenheit des 'Waschwassers. Bei 
"ungünstiger Qualität desfelben wird genügende Auswaschung eine vom 
Walken nicht sehr weit entfernte und desöhalb das Eingehen mechanisch 
befördernde Behandlung erfordern und da dürfte das Plätten vorzuziehen 
sein. Nicht einverstanden bin ich init dem Einsender bezüglich des Tro: 
nens an der Sonne. Dies mag für die Verduftung der Seifenrücstände 
begünstigend wirken, aber daß- die Wolle beim Tro>nen in der Eonne
	        

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