Volltext: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1888, Bd. 7, H. 1/12)

ZE T7G E,<= 
oben angeführten Hemd, 90 */, Pflanzenfaser und hoch gerechnet 10/6 Tiex- 
haare hat noc< kein Mensch „Mohair“ oder gar „Angorawolle“ genannt. 
Dies dennoch thun ist Fälschung eines Begriffs, vem ein anderer, geringerer 
Wert unterges<hoben wird, mit andern Worten Falschmünzerei. Oder 
sollte das „Garantiert Angora-Wolle“ vielleicht bedeuten, daß nicht das 
ganze Gewebe, sondern ver ganz geringe Bruchteil desselben, die Tiex- 
haare , wirklich und wahrhaftig Angorawolle sein? Das ginge aber doch 
wirklich über die erlaubten schlechten Wiße hinaus. 
Angesicht3 derartiger Vorkommnisse kann natürlich meine Kontrolle 
und Garantieerklärung im Urteil der Käufer, denen mit der Zeit schon 
die Augen aufgehen werden, nur gewinnen und von diesem Gesichtspunkt 
aus könnte ich der Konkurrenz, die sich mit solhem Vorgehen am tiefsten 
ins eigene Fleisch schneidet, nur dankbar sein. 
Andexerseit8 aber haben diese Thatsachen auch ihre bedenkliche Seite, 
nicht bloß für denjenigen Teil der Konkurrenz, der solider arbeitet, nicht 
bloß für die mit mix in Verbindung stehende Industrie, sondern auch für 
die gesamte deutsche Industrie, soweit sie Export treibt. Die Noxrmal- 
artikel sind nachgerade Weltartikel geworden, und e3 wird nicht viel zu 
hoch gegriffen fein, wenn man sagt, daß annähernd die Hälfte der in 
Deutschland hergestellten Noxmalartikel ins Ausland geht. Daß auch die 
schlechteren Fabrikate dahin den Weg finden, ist anzunehmen. Da kann 
es nun kaum ausbleiben, daß durch die minderwertige Ware, die in allen 
Stücken den guten Fabrikaten täuschend ähnlich nahgeahmt ist, nicht nur 
das Ansehen der soliven Normalartifel untergraben, sondern die gesamte 
deuts<e Industrie, die sich ohnedies im Ausland größerer Verbreitung 
als Beliebtheit erfreut, voran die gesamte Wollindustrie geschädigt wird. 
Dies ist so ungefähr der Gedankengang, der mutatis mutandis in dem 
Urteil der österreichischen Richter in dem an der Spiße dieses Artikels 
berührten Betrugsprozeß den Ausschlag gegeben hat. Es wird den deut- 
schen Richtern Gelegenheit gegeben werden, zu entscheiden, ob sie sich der 
Ansicht ihrer österreichis<en Kollegen anschließen können oder nicht. 
Selbstgift des Menschen. 
4 Unter dieser Ueberschrift stelle ich nachfolgende drei kleinere Mit- 
teilungen zusammen. Den innern Zusammenhang derselben und die prak- 
tische Konsequenz wird der geneigte Leser selbst finden. 
- 5 *2 Luftverderbnis und das Selbitgist. Ein weiterer Beleg für 
meine L hauptung in Nr. 3 ves Monatsblatte3 ,- daß die deutsche Ent- 
deu, ; das Ausland notwendig braucht, um zur Geltung zu kommen, und 
zugleich eine bessere Perspektive für mich ist, daß meine 8 fast 10 Jahren 
proklamierte Lehre vom Selbstgift jebt in Frankreich offiziell aufs 
Tapet gebracht wird. Ueber ein di>es ausführlich ven Gegenstand be- 
handelndes Buch unter dem Titel „l'Autointoxication“ (zu deutsch Selbst- 
vergiftung) werde ich demnächst Bericht erstatten, einstweilen entnehme ich 
der Nr. 2 der „Monatsschrift des Vereines der Tierärzte in 
Oesterreich“ felgenden Bericht : 
. Ueber die toxische Wirkung der Lungen-Exhälationen. In 
einer der leßten Sitzungen der Pariser „Societe de Biologie“ faßten Brown- 
S6equard und d'Arsonval die Resultate ihrer diesbezüglichen Versuche in fol-
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.