Volltext : Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1890, Bd. 9, H. 1/12)

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Zeitschrift .
für Gesundheitspflege und Lebens?
Neunter Jahrgang.
Erscheint in 12 Nummern zum Jahrespreis von drei Mark pränumerändäds6" im deutsch
österreichischen Postverein; im Weltpostverein drei Mark 25 Pf. Die einzelne Nummer kostet
40. Pfennig. =- Inserate: die durchlaufende Petitzeile oder deren Raum 25 Pfennig. =- Be»
Pestereeich und der Ewe: faite die BertagIS EDT anG es Wr Boe RIE I STEINE
Stuffgarf. „BB 6. Juni 1890.
Inhalt: Eigene Erfahrungen über Jäger- und Lahmäann-Kleidung““ .-Noc<
 einmal die Influenza. =- “Aus Briefen von Wollenen: Erfahrungen eines
Wollenen. Wolle in den Tropen. Zur Influenza. == Kleinere Mitteilungen: Zur
Lehre vom Selbstgift. „Unberufen.“ Die medizinische Schulwissensc<haft. Zur Kenntnis
 des Sacharins. Giftige Shwämme. Zum Farbsiofiregime, -=- Litterarisches.
=- Mitteilung bezüglich des Kniebistages. =- Warnungstafel. =- Anzeigen.
Eigene Erfahrungen über Jäger- und Xahmann-Kleidung.
Vortrag, gehalten am 13. Februar 1890 im Stuttgarter Jäger- Verein
von Dr. med. H. Göhrum.
Hochver2hrte Anwesende! Um Zhnen zu zeigen, daß ich einige Berechtigung
 habe , über diesen Gegenstand zu WEHR und mir harder ein
selbständiges Urteil zu bilden, glaube ich Jhnen zunächst eine Schilderung
meiner verschiedenen Versuche schuldig zu sein.
Im vergangenen Herbst waren es 19 Jahre, daß ich auf Anordnung
meines damaligen Arztes , Dr. Schlegel in Tübingen, in der 2.. Woche
einer schweren Nippfellentzündung in die Wolle mußte. I< sage „mußte“,
da ich mich sehr dagegen sträubte, indem ich das heftige Hautju>en fürchtete,
 welches mir eis das Tragen wollener Strümpfe“ verursacht hatte.
Und nicht mit Unrecht, denn 14 Tage lang litt ich schre>liche Pein zwischen
meinen wollenen: De>en bei“ starker Augusthiße, so daß ich Jäger mit
samt seinem Wollregime ins Pfefferland wünschte und mich wieder in
Leinewand. Doch ic mußte ausharren und hatte die Freude, nach diesen
14 Tagen mich ganz wohlig in der Wolle zu fühlen und vollständig wiederhergestellt
 za sein. So trug ich denn bis Ostern 1882, wo ich Student
wurde, die Normal-' resp. Sanitätskleidung; von da ab ging ich äußerlich
zum gewöhnlichen Schnitt des Rokes mit Weste aus äußeren Gründen
über , blieb aber in allem anderen dem System treu bis in den Sommer
1887. In dieser Zeit wurde ich durch“ vieles Umherreisen und dadurch
bedingtes unregelmäßiges Leben auf einmal so nervös aufgeregt, daß ich
troß großer Müdigkeit keinen ruhigen Schlaf mehr finden 8 und so
ließ ich mich bereden, die Lahmann sche Unterkleidung anzulegen und die
Bettteppiche mit halbleinenen Tüchern überziehen zu lassen. Die Wirkung
            
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