Volltext : Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1891, Bd. 10, H. 1/12)

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„rof. hr. G. Jügers Monatsblait.
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Zeitschrift
für Gesundheitspflege und Lebenslehre.
Zehnter. Jahrgang.
Erscheint in 12 Nuzimern zum Jahresprek8 Won drei Mark pränumerando im deutschösterreichischen
 Postv&ein ; im Weltpostverein-dr&i Mark 25 Pf. Die einzelne Nummer kostet
40 Pfennig, -- Ins( abe: die durchlaufende “Petitzeile oder deren Raum 25 Pfennig, =- Bes
stellungen nehmen 4 sämtliche Buchhandlüngen, ferner alle Postanstalten in Deutschland,
Desterreich und der eix, sowie die Verlagshandlung von W. Kohlhammer in Stuttgart.
Stuffgard Ki November 1891.
Inhalt: Zu Vir<ows Jubiläum. --- Stoffwirkung in Lebewesen. = Ostafrika
 oder „So gehts!“ -- Die übersinnlihen Verkehrswege (Forts. statt Schluß).
=- Die Fetischliebe. =- Kleinere Mitteilungen: Wolle auf Reisen. Was ist Gesundheit?
 Unwohlsein und Stimmklang. Krankheitsgeruch. =- Briefkasten. = Einzelaufene
 Schriften. =- Warnungstafel. =- Anzeigen.
Zu YPirhows Jubiläum.
Nachdem der Huldigungssturm, den Vir<ow zu seinem 70. Geburt5ötage
 über sich ergehen lassen mußte, vorüber ist, geziemt es sich, auch
die Kehrseite der Medaille zu besehen. Wieviel von dem Dargebrachten dem
„Bolitiker“ Vir< ow und wieviel davon dem „Gelehrten“ gilt, läßt sich
natürlich nicht sondern, nur war anzunehmen, daß eine politische Partei, die
unbestritten als die „lauteste“ gilt, es an „lautesten Verlautbarungen“ nicht
fehlen lassen werde.*) Wir haben es aber hier nicht mit dem „Politiker“
Vir<ow, sondern mit dem „gelehrten und lehrenden Vir<ow“ zu thun,
der als solcher ebenfalls nicht bloß ein „Parteimänn“, sondern ein
„Barteihaupt“ und zwar nichts geringeres als das „Parteihaupt
der starrsten, totesten und gewaltthätigsten Seat ist. Ex
wird sich deshalb nicht wundern, wenn er auf seinem Geburtstagstisch
*) Ein sehr hübscher Beleg ist die folgende Leistung von Dr. Kastäau im
jBerliner Tagblatt“:
„Der Ehrentag Rudolf Vir< ows/ gestaltete sich in Wahrheit zu einein
Hoftage- für unsere zeitgenössische Naturwissenschaft. Aus allen Ländern der Welt
waren Sendboten erschienen, um ihrem Königlichen Meister zu huldigen. Den
Thron der Wissenschaft hatte Se, Majestät Rudolf der Einzige, Vir<ow,
inne, und er herrs<t auf demselben als ein wirkliher Souverän. Sowenig er
sonst im Leben geneigt sein mag, souveränen Gelüsten nachzugehen, heute hat er es
dulden müssen, daß ihm eine ganze große Welt von Gelehrten, von Akademien,
von wissenschaftlichen Vereinen ihre Bewunderung in herzlichsten und aufrichtigst
gefühlten Worten zu Füßen legte.“ Wir wohnen einer Defilierkour bei, welche
VBir<ow im Namen der allmächtigen Wissenschaft abhält. Die Ansage war
auf- 40 Uhr vormittags bestimmt, und“ sie wurde mit höfischer Pünktlichkeit inneehalten;“

4 Ließ sich Vir< ow nicht äuch den Pantoffel küssen ? JAqaqer:
            
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