Full text: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1892, Bd. 11, H. 1/12)

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Beilage zu Prof. Ir. G. Jägers Monatsblatt, 
Stuttgart. MB 3. März 1892, 
reichem Blut die Atembeschwerden bedingt. (Bei Einverleibung durch den 
Mund war Magenäßung vorhanden, entsprechend der Reizung der Scleim- 
häute an Augen und Nase durch die Dämpfe.) Häufig fand sich Eiweiß 
im Urin, dessen ausgeschiedene Menge sich nicht allein durch das Sinken 
des Blutdruckes erklären läßt, sondern auch auf eine Lokalwirkung auf die 
Nieren hinweist. Besonders Versuche mit kleinsten Gaben, längere 
Zeit fortgeseßt, riefen bedeutende Eiweißausscheidung hervor. Eine 
narfotische Wirkung hat der Allylalkohol nicht, er ist aber in ungefähr 
fünfzigmal geringerer Dosis gefährlicher als der ihm nahe verwandte Pro- 
ylalfoh-. 
5 Verfasser schließt seine interessante Arbeit mit dem Hinweis auf die 
leßtgenannten, mit kleinsten Gaben längere Zeit fortgesehten Versuche. 
Diese machten es wahrscheinlich, daß auch der geringe Gehalt des Allyl- 
alfohols im Denaturierungsholzgeist (ca. 1 Prozent) nicht gleichgültig sei, 
und schließ! : „Der Umgang mit leßterem, sowie auch der täg- 
liche Gehrauch des denaturierten Spiritus kann schädlich 
werd“ 
Z< glaube, diesen Resultaten braucht nichts weiter hinzugefügt zu 
werden, um energisches Einschreiten gegen die Verwendung eines solchen 
Giftes behufs Denaturierung des in so vielen Gewerben und, was nicht 
leicht ins Gewicht fällt, in allen Kranken- und Wochenstuben notwendigen 
Spiritus zu rechtfertigen und jedem Hygieniker zur Pflicht zu machen. 
Stuttgart, 14. Oktober 1891. Dr. med. H. Göhrum. 
Kleinere Mitteilungen, 
Farbe der Kleidung. In Amerika (und hin und wieder auch hier) 
tragen vie Dentisten häufig weiße Flanell-Jaquetts. .Es ist dies wegen 
der damit den Kunden bewiesenen peinlichen Sauberkeit angebracht, aber 
man sollte auch einen anderen Wert derselben nicht außer acht lassen. 
„Es ut,“ wie die Pharm. Post berichtet, „nicht allgemein bekannt, daß 
eine Person, welche in Krankenzimmern schwarze oder dunkle Klei: 
dunt trägt, empfänglicher für ansteFende Krankheiten ist als diejenige, 
welu,e mit hellen Stoffen bekleidet ist, weil die Ausdünstungen, welche 
von d. * kranken Körpern ausströmen, viel leichter von dunklen als von 
hellen „offen aufgesaugt werden. Dies läßt sich leicht erproben; wenn 
man «1 hedles und ein dunkles Kleid fünf Minuten lang dem Tabakrauch 
auss. ., wird man finden, daß das dunkle stärker nac) Tabak riecht und 
den (-eruch länger festhält als das helle. In Zimmern-- wo anste>kende" 
Kran. geiten herrschen, sollte man deshalb keine schwarzen oder dunklen Ge- 
wänder tragen.“ Für uns bedeutet dies größere Gefahrlosigkeit ver Aus- 
atmung gegenüber, vielleicht auch findet die Aufnahme der von uns ver: 
wandten starkriechenden Medikamente weniger stark statt. 
(Zahntechnische Reform 1891, Nr. 15, S. 354.)
	        

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