Volltext : Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1893, Bd. 12, H. 1/12)

prof. Ir. G. Jügers Nossutsbsaff

für

Zeitschrift
efundheitspflege und
Zwölfter Jahrgang.

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Erscheint in 12 Nummern zum Jahrespreis von drei Marß pränumerando im deutsch-ͤsterreichischen
 Postverein; ini Weltposiverein drei Marß 25 f. Die einzelne Nummer tostet
1h Pfennig. — Inserate: die durchlaͤnfende Petitzeile oder deren Raum 26 Pfennig. — Be—
tellungen nehmen entgegen: sämtliche Buchhandlungen, ferner alle Postanstalten in Deutschland,
Desterreich und der Schweiz, fsowie die Bersagshandsung von WB. Kohlhammer in 5tuttgari.

Stuttgart. M 4. AIvril 1893.

Inhalt: Petition gegen das Reichsseuchengesetz. — Die Kleidung des Wan—
derers und Bergsteigers. — Vertilgung des Spaärgelkäfers. — Scholastisches. — Der
deutsche Entdecker. — Kleinere Mitteilungen: Ein berühmter Wollener. Unsere Mit—
arbeiter. Gegen den Bazillenkultus. Denaturierter Spiritus. — Eingelaufene
Schriften. — Anzeigen.

Petilion gegen das Krichssenchengesetz.
Wie schon die März-Nummer des Monatsblattes kurz mitteilte, ist
hier in Stuttgart von Anhängern der der Schulmedizin gegenüberstehenden
RNichtungen eine an den Reichstag zu sendende Petition gegen das geplante
Reichsseuchengesetz beschlossen worden. Die Petition wurde von mu ent—
vorfen und von den Vertretern der hiesigen 5 hygienischen Vereine, der
Hahnemannia, des Vegetariervereins, des Vereins für Gesundheitspflege und
NRaturheilkunde, des Vereins gegen Impfzwang und für Hygiene und des
hiesigen Jägervereins angenommen. Diefe Potition liegt nun der April—
Nummer des Monatsblatts für die Abonnenten bei.
Sie macht kurz gesagt gegen den Entwurf eines Reichsseuchengesetzes
solgende Bedenken geltend. Der Entwurf mache keinen Unterschied zwischen
den Seuchen, die wandern, wie die Cholera, und denen, die immer nur auf
einzelne Orte beschränkt bleiben, ferner zwischen den unmittelbar ansteckenden
Hautkrankheiten und den nicht von Person zu Person unmittelbar übertrag⸗
baren Darmseuchen, insbesondere der Cholera; der Entwurf gehe von der
falschen Vorausfetzung aus, daß alle Menschen für die Seuchen empfänglich
seien, während doch nur ein ganz kleiner Teil dies sei (z. B. in Hamburg
sind im Jahr 1892 nur 390 der Einwohner an der Cholera erkrankt), die
weit überwiegende Mehrzahl werde also ganz unnötigerweise behelligt; der
Entwurf sorge nicht für dauernde, gründliche Besserung der Wohnungsver—
hältnisse, er kenne nur die zweifelhafte, ruinierende, gesundheitsschädigende
Desinfektion; er sorge nicht für vorbeugende Maßregeln im Sinne der
Hygiene; er sei ein Ausnahmegesetz, das nur beunruhige; er sei ein Will⸗
kürgesetz, das in verschiedenen Punkten der Willkür des beamteten Arztes
veiten Spielraum lasse, ganz abgesehen von dem maßlosen und blinden
Fifer ungebildeter Ausführungsorgane; er sei ein Unalüds und Schiedens
            
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