Full text: Badische Landesbauordnung

II. Abschnitt. Bebauung der Grundstücke 88 52, 53 
Geht die Gesamthöhe de8 obersten Hauptgeschosses einschließlich des 
Dachgeschosses und Giebels über das Maß von 9 m hinaus, so ist die 
Brandmauer des obersten Hauptgeschosses um 1/ Stein zu verstärken. 
(3) Die Fundamente sind entsprechend stärker herzustellen. 
(+) Bei Gebäuden, welche die in Absaß 2 genannte Geschoßhöhe oder 
den daselbst bezeichneten Abstand der Querwände (Querversteifungen) 
überschreiten, kann je nach Lage des Einzelfalles eine verhältni8mäßige 
Verstärkung der Brandmauern vorgeschrieben werden, wenn dies im 
Interesse der Standfestigkeit der Mauern erforderlich erscheint. 
(5) Bei Verwendung von anderen feuerbeständigen Baustoffen al8 Bau- 
stein bleibt die Festsezung der erforderlichen. Stärkeverhältnisse den ört- 
lichen Bauordnungen oder der baupolizeilihen Anordnung im Einzel- 
fall vorbehalten. 
(8) Die Baupolizeibehörde kann gestatten, daß bei einem Umbau 
oder Neubau die Brandmauer eines bestehenden Nac<hbargebäudes mit- 
benußt wird, auch wenn sie die in Absaß 2 vorgeschriebene Stärke nicht 
hat, wenn weder Gründe der Standsicherheit no< der Feuersicherheit 
dagegen sprechen. 
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(1) Auf Brandmauern sollen abfallende Dächer in der Regel nicht 
aufgelegt werden. 
(2) Es Können jedo< dann, wenn e8 nach den besonderen örtlichen 
Verhältnissen al8 erwünscht erscheint und keine erhebliche Feuer8gefahr 
besteht, auf die Brandmauer abfallende Dachflächen ausnahms3weise zu- 
gelassen werden; von dieser Befugnis kann inbesondere in Gebieten 
der offenen oder zerstreuten Bauweise und ferner da Gebrauch gemacht 
werden, wo Rücksichten auf ortsüblihe Bauweise, auf architektonische 
Straßen- und Ortsbilder, bodenständige Bauart und dergleihen dies 
angezeigt erscheinen lassen. In solhen Fällen muß jedoch durch geeig- 
nete anderweitige Vorkehrungen ein annähernd gleicher Schuß gegen 
Feuerübertragung geschaffen werden, wie er durch die Brandmauer 
selbst geboten wird. 
(3) In Landgemeinden können auf Brandmauern abfallende Dach- 
flächen gestattet werden, sofern niht mit Rücksicht auf die besonderen 
Umstände des Einzelfalls erhebliche feuerpolizeilihe Bedenken gegen 
ihre Zulassung bestehen. Es sind jedo<m auch hier diejenigen Sicherheits- 
maßnahmen anzuordnen, welche nach den örtlihen Verhältnissen in 
feuerpolizeicher Hinsicht geboten erscheinen. 
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(1) Öffnungen im Mauerwerk der Brandmauern sind oberhalb des 
Dachgebälks unzulässia, im übrigen nur ausnahms8weise und vorbehalt- 
lich de8 jederzeitigen Widerrufs mit besonderer Erlaubnis der Baupoli- 
zeibehörde zulässig. Dieselben müssen jedo< durch Anbringung geeig- 
neter Vorrichtungen in feuerbeständiger Weise geschlossen werden kön- 
nen; als solche gelten 3. B. feuerbeständige Läden oder Türen, die je 
nach den Verhältnissen einfach oder doppelt anzubringen sind. 
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