Full text: Badische Landesbauordnung

II. Abschnitt. Bebauung der Grundstücke 88 108, 109 
15. Hebung und Schiebung von Gebäuden und Gebäudeteilen 
8 108 
Ist beabsichtigt, Gebäude oder einzelne Teile derselben durch Hebung 
oder Schiebung in ihrer Lage zu verändern, so sind von der Baupolizet- 
behörde die durch die Verhältnisse des einzelnen Fall8 gebotenen Maß- 
nahmen besonders anzuordnen. Als solche haben mindestens die nach- 
stehenden in Betracht zu kommen: 
1. auss<hließliche Zulassung dur<haus sachkundiger Personen als verant- 
wortliche Bauleiter; 
2. möglichst. gründliche Untersu<ung der Konstruktion und des baulichen 
Zustands des Gebäudes durch den verantwortlichen Bauleiter; 
3. vorzugsweise Verwendung geschulter Bauarbeiter, die dur< den ver- 
antwortlichen Bauleiter eingehend mit den von ihnen zu verrichten- 
ten Arbeiten vertraut zu machen sind; 
4. zwekentsprechende Absteifung und Verspannung des zu hebenden oder 
zu sc<hiebenden Gebäudes oder Gebäudeteils; 
5. Vorkehrungen, die das gleichzeitige und gleihmäßige Heben oder 
Schieben aller in Betra<t kommenden Gebäudeteile gewährleisten; 
6. Verwendung von Hebzeugen in genügender Stärke, Anzahl und Ver- 
teilung; 
7. Verbot des Aufenthalts von Personen im Gebäude während des He- 
bens oder Schieben8; 
8. ständige Überwachung der Bauarbeiten durc< den verantwortlichen 
Bauleiter. 
D. Ortliche Bauordnungen 
S 109 
(1) Zur Berücksichtigung der eigenartigen klimatischen, gesundheit- 
lichen und sozialen Verhältnisse, auch der Gelände-, Erwerbs- und Ver- 
kehrsverhältnisse der einzelnen Bezirke oder Gemeinden und der An- 
forderungen, welche in denselben hinsichtlich der Sicherheit und Bequem- 
lichkeit des örtlihen Verkehrs und Zusammenlebens sowie hinsichtlich 
der Erhaltung und Förderung heimischer Bauweise und im Interesse 
des Schußes8 der Bau- und Naturdenkmale gestellt werden, sind nach 
Bedarf durch örtliche Bauordnungen (vergleiche 8 2) nähere Bestimmun- 
gen zu treffen. 
(2) Soweit nicht schon an einzelnen Stellen dieser Verordnung beson- 
dere Hinweise auf örtlihe Bauordnungen enthalten sind, kommen für 
solhe Vorschriften namentlich die nachstehenden Verhältnisse in Betracht: 
1. die in den einzelnen Straßen und Baublöcken einzuhaltende Bau- 
weise (offene, Jalboffene, geschlossene, gemischte); 
2. Anlage von Vorgärten und Abschluß derselben gegeneinander und 
gegen die Straße; 
3. Erweiterung der Vorschriften über Hofabmessungen und zulässige 
Überbauung der Höfe; 
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