Title:
Symposium Egon Eiermann
Creator:
Behnisch, Günter Götz, Lothar Joedicke, Jürgen Posener, Julius
Shelfmark:
4Ka 2971
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1581423712093/27/
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werden und formal anders aussehen. Die Schichtung der Außenwand beginnt 
in diesem Jahrhundert in Brüssel und wird fortgeführt bei vielen anderen 
Bauten wie zum Beispiel der Botschaft in Washington, IBM in Stuttgart- 
Vaihingen, Hoch-Tief in Frankfurt, dem Abgeordnetenhaus in Bonn und 
anderen. Eiermann setzte die Schichtung der Außenwand dort ein, wo es für 
ihn richtig war. In anderen Fällen verzichtete er auf diesen Teil seines 
Repertoires, denn nichts durfte bei ihm zur Ideologie oder Masche werden. 
Auch war es für Eiermann selbstverständlich, die für Brüssel gefundene neue 
Außenwand weiter zu entwickeln. Bei einem seiner letzten Bauten, Olivetti in 
Frankfurt, ist das Prinzip wie in Brüssel, aber welch ein Unterschied! Sowohl 
von innen als auch von außen stellt sich die Frage: Wo ist die Außenwand 
geblieben? Im Innenraum ist man geneigt, die Glaswand als die Außenwand 
zu definieren, denn sie ist die klimatische Trennung, das heißt, die Grenze für 
den Temperaturunterschied. Aber von außen ist eine Außenwand nicht mehr 
zu definieren. Da ist zunächst wieder die inzwischen zur Virtuosität 
weitergeführte filigrane Struktur, die man aber als Außenwand nicht 
akzeptieren kann. Dahinter zeigen sich hin und wieder zurückhaltend verglaste 
Flächen, und von einer Tragstruktur ist überhaupt nichts zu sehen. 
Eiermann hat aus der früher einschaligen Außenwand eine Zone geschaffen 
zwischen dem Innenraum und dem Außenraum. Bisher waren die 
Außenwände, ganz gleich ob konservativ oder aus Glas, eine einschalige 
Angelegenheit, die immer scharf und eindeutig und unwidersprechbar 
bestimmte: Hier ist innen, und dort ist außen. Das geht bei Eiermann nicht 
mehr. Er hat einen Zwischenraum geschaffen, etwas ganz Neues. Die 
Außenwand ist nicht mehr eine eindeutige Grenze, sondern eine Zone, die der 
"Außenwand" plötzlich eine dritte Dimension gıbt.
        

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