Full text: Beschreibung des Oberamts Tettnang (14)

f. Natürliche VBerhältniffe. 
träge dem See zufchleichenden Schuffen, ift überhaupt von ab- 
jegenden Terraffen nichts zu fpüren. Sie firebt in einer befonderen, 
nicht ehr breiten Talaue in der Aye der großen Mulde an: 
igeinend gleichmäßig fallend ') nad) Süden. Gleichwohl zeigen in 
unteren Talabfchnitt die genauen Aufnahınen des Längsprofiles 
des GewälferS deutliche Gefällsbrüche, die den Terraffenftufen 
entfprechen und auch die Veranlaffung zur Anlage von Stauvor- 
richtungen zur Ausnugung der Wafferkraft gegeben Haben. 
Bon Welten her mündet aus dem Hügelgelände nördlich 
Sriedrichshafen die unbedeutende AUch (Rotach) gerade noch in die 
mittlere Depreffion. 
Beide übertrifft weit an Kraft und Bedeutung die flinkfe ?) 
Urgen, die von Often Herankfonımt. Auch fie fchneidet fich ein 
gleichmäßig fallendes Tal in die Terraffen ein. Über diefe be: 
gleiten fie allenthalben in nächfter NMachbarfchaft und find dort, 
mo der Fluß aus dem Öftlihen Hiügellande in die Mulde des 
Schuffenbefens eintritt, befonderS deutlich uud voNlzählig entwicelt. 
Das Tal der AUrgen ftellt Fein fo bedeutendes, vor. allem 
fein urfprüngliches Hauptglied der Landfehaft dar. Man fieht 
ihın an, daß e8 in einem in den oben gefchilderten Hauptzügen 
Ihon fertigen Modell der Oberfläche durh fpätere Erofions- 
wirkung des Fluffes zuftande kam, US ziemlich tiefer Ein: 
jnitt, im unterften Stüf 1—2 km breit (f. Aob. 4), weiter 
oben fajt fechluchtartig eng (Abb. 3), übrigens bielfach mit 
Terraffengliederung feiner Hänge (f. Abb, 10), trennt e8 einen 
feinen SüdabfHnitt der Hügelregion unferes Gebietes von deffen 
Hauptmafjfe. Das obere, wie Ybb. 3 zeigt, {Hönbewaldete und 
[andfHaftlich befonderS reizbplle Talftück verliert aber nad) oben fchon 
bei Pflegelberg, wo die Argen durch Bereinigung zweier Duellflüffe 
antfteht, viel von feinem rTomantijhen Charakter. Zwar haben 
auch diefe DYuellflüffe, die Wangener und die Ianyer Argen?), 
deutlich eingefchnittene Täler mit Terraffengliederung ihrer Hänge. 
Aber noch Höhere Terrafjenebenen ziehen fich quer von einem zum 
1) DaZ Gefälle beträgt auf. die in der Luftlinie 14 km lange 
Strede ihres Laufe innerhalb des Oberamtz Tettnang nur 18 m. 
2) Gefälle im Bereidh des Oberante8 allein von Bilegelberg an 
(auf 18 km) 95 m. 
3) Die Namen „obere“ AUrgen für die erftere und „untere“ für 
die Teßtere, die Jih in den Karten finden, führen leidht zu Mikverftänd- 
niffen. Sie entjprechen auf lange Streden nicht dem tatjächliHen Höhen» 
verhältni? und werden zmedmößig durd) die oben gegebenen, von 
D. Fraaß vorgefülagenen Benennungen erfeßt.
	        

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