Full text: Beschreibung des Oberamts Tettnang (14)

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[. NatürlidHe Verhältniffe. 
darüberhin ftrömenden Gewäffer oft noch in befchränkter Mächtig- 
feit mweitere8 grobes Material in undeutlicher Horizontalfchichtung 
ab: Stromfdhicdhtung. Flache Sefchiebe find hier ges 
fegentlih fhräg vor der Stromrichtung des SGewälfers auf“ 
gerichtet, im der günftigjten Ruhelage, die fie bei den andauernden 
Stößen der Strömung einnehnıen fönnen. 
In manchen tiefreihenden Auffchlüffen der Deltajchüttungen 
zeigt fih nun noc ein Drittes, Man fieht an der Bafis der 
groben Kiesmaffe mit ihrer Harafkteriftijhen Schrägftruktur 
horizontale, viel dünnere Lagen aus oft ganz feinent Sand. Im 
günftigjten Falle kann man beobachten, wie jede {hiefe und grobe 
Rage der Deltafchichten in eine dünne, feinkörnige der Unterlage 
übergeht. Man nennt diefe Unterlage Delta fuß. 8 ‚find 
natürli die mit den entfprechenden Deltafchichten gleihaltrigen 
Ablagerungen der feineren Flußtrübe, die nicht fofort aus- 
fällt, zum Teil fich fogar dur das ganze Bedden verbreitet. Der 
Jandige Anteil fällt immerhin bald zu Boden und bildet den 
eigentlichen Deltafuß. Der tonige bleibt lange fchwebend. Jhm 
danken die glazialen Gemwäffer ihre mildhige Färbung. Endlich 
inkft aud) ec zu Boden, den er mit papierdünnen Lagen eines 
jeinen Tonmergel8 bekleidet. Diefe jOwerdurchläffige Bafalt- 
jhicht findet fich überall auf dem Boden der Staubeden, wo fie 
nicht nachträglich abgeglitten ift oder durch die Strömung bei vor- 
dringender Zufchlittung wieder befeitigt wurde, Beim Fortfchreiten 
der DeltafehHüttung wird fie danı unter diefer begraben. Diele 
feinförnigen Sedimente bilden einen um fo mächtigeren Anteil der 
ganzen Auffdhüttungen auf Koften der Deltafchichten, je fpäter fie 
von dem Fortfchreiten diefer erreicht werden. Wird ein Staubedfen 
nicht ganz gefüllt, fo zeigt der Meft teils nur den feinften Becken: 
ton, teil8 feineren bi8 felbft gröberen Sand, je nachdem gelegentlich 
noch einige Strömung bi8 zu der Stelle reichte, ANe die feine 
förnigen Ablagerungen reichen aber nicht bis zur Stauhöhe des 
BecdenS hinauf. Sie find nicht oben terraffenartig -eingecbnet, 
jondern {Ajmiegen fi mehr dem Relief der Bodenfläche des 
Beden8 an. Micht immer find fie Übrigens völlig frei von 
grobem Material. E38 kann fhwimmend, in treibendes Eis ver: 
baden (ESisdrift) dann und wann in fie gelangen. Diefe Drift- 
Einlagerungen find teil8 fluvioglaziale Gerölle, wenn fie vom 
Srundeis8s aus dem Strom der Schmelzwaffer, teil8 glazialer 
Moränenfchutt mit gefrigten SGefchieben, wenn fie durch KFalbende 
Bruchftüce des Glet{herrandes herbeigeführt wurden.
	        

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