Full text: Beschreibung des Oberamts Tettnang (14)

4.98 
VI. Wirtfhaftlihe VBerhältniffe. 
auf 2,1 qkm entfällt, im DBezirt Münfingen fogar erft auf 
5,9 qkm. € find mithin nur Heine Zwifchenräume, weldhe die 
einzelnen Anfiedlungen voneinander trennen. In der Tat enthüllt 
auch fon ein flüchtiger Blid auf die im Jahre 1912 erfchienene 
Siedlungskarte des Königreichs Württemberg (i. M. 1: 350000) ') 
den auffallenden Unterfchied in der SiedlungsSweife auf der Alb, 
dem Flachland um den mittleren Neckar, auf dem Schwarzwald, 
und derjenigen im Bezirk Tettnang und im ganzen füdlichen Vber- 
[chwaben, mo faft überall die Zwerg- und Kleinfiedlungen überwiegen. 
Beraten mit der Einwohnerzahl des Yabre3 1846, feit weldjer 
Beit der Bezirk Tettnang größere Änderungen in feinen FJlähenbeftand 
nicht mehr erfuhr, hat derfelbe um 9597 Perjonen = 48,4 % zugenommen. 
Das ijt ein rafhere8 Wachstum, al8 daSjenige, deffen ih Württemberg 
im ganzen rühmen kann (41,2 %). Auf die 22 Gemeinden des Bezirl$ 
verteilt {ih aber diefe Zunahme, mie au3 der Tabelle I des Unhangs 
erhellt”), äußerft ungleid. Am größten iHjt fie in FriedridhSHafen, defjen 
Sinmohnerzahl id feither mehr al8 vervierfadht und nicht bloß diejenige 
der OÖberamtsftadt, fondern auch jene von 7 anderen Gemeinden des 
BezirtS, die nad) der alten Oberamt3hefhreibung von Tettnang über fr 
jtanden, weit Hinter fich gelaffen Hat. Die Höre, befonderZ durd) die 
geniale Schöpfung der Zeppelinjdhen Luftfchiffe inı lebten Jahrzehnt mächtig 
amtporgeblühte Bodenfeeitadt zählte am 1. Dez. 1910 7041 Einmohner, im 
Yahre 1846 nur 1571 und im Yahre 1837 1072. Nicht gering ift fodann 
die Zunahme der Überamt3itabt Tettnang, ihre Einwohnerzahl {tieg in dem ge- 
nannten Zeitraum 1846—1910 von 1541 auf 2651, das ift um 72°. 
Nur wenige Gemeinden — e3 find die indujiriearmen, eifenbahnfernen 
Orte Flunau, Langnau und Tannau — Haben an Kopfzahl eingebüßt; 
doch it der Nücgang nirgend8 von Belang. Tannau, daz den {tärkiten 
Berluft aufzumeifen hat, jank von 1186 auf 1070, alfo um 9,8 %. Der 
Hauptauffchmwung des Bezirks, foweit er in den WachHätumzijfern der Ber 
völferung fi ausprägt, trat mit und nad der Gründung des Deutichen 
ReidheS ein. Seit 1871 Hat der Bezirk feine Einwohnerzahl um 36,9 % 
vermehrt, vorher, in der Cpodhe 1846— 1871, nur um 8,4 9% 3). 
Der natürlige Zuwachs der Bevölkerung, d. h. der Überjhuß der 
Seborenen über die Gejtorbenen, belief {ih in den 40 Yahren (1871 bi8 
1910) auf 6940 Menfdhen; er ijt Heiner al3 der tat]ädlidhe Zuwachs mit 
7930 Menfchen. Das verdient darum befonder8 hervorgehoben zu werden, 
meil diefe Entwidlung von jener der meijften anderen oberjhmwäbifdhen 
Bezirte, denen e8 nicht gelungen ift, auch mr ihrem natürlichen Be- 
oÖölferungSzumachs fejtzuhalten, erheblig@ abweicht, fodanı weil diefe Zu- 
nahme ffattgefunden hat, troßdem dab auZ dent Bezirk viele jungen 
1) Bol. Württembergiihe Yabrbücßher, Yahıgang 1912, 2. Geft, 
jowie ob. Grade „Sledlungsgeoarapbie deS Königreichs Württem- 
berg“. Stuttgart 1914. , 
2) In der Tabelle ift für die Gemeinden, melde feit 1846 BVer- 
änderungen erfahren haben, der Umfang von 1910 zugrunde gelegt. 
3) Bur Entwidlung der Bevölkerung val. aud S. 369 ff.
	        

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