Full text: Beschreibung des Oberamts Tettnang (14)

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Örtsbefhreibung. 
von Pferden betreibt eine Reihe von Landwirten. Handel mit Rindbieh 
und Schweinen findet gleidfall® in ausgedehnten Make ftatt. — Die 
Mildh wird in den Privatmoltereien von Brocdhenzell und Waltenweiler 
verwertet. Die Wälder geben im Winter manchem Arbeiter Gelegen- 
heit zu Iohnendem BVerdienft. Die Güterpreife beivegen fi für der 
und Biefen zmifchen 500—800 4 pro Morgen, für Baunıgärten zwifcdhen 
1000 und 1500 4. 
Indufjtrie findet fi in gamz E menig. Außer dem in Brochen- 
3ell im Yahı 1895 an einem Seitenkanal der Schuffen errichteten Eleftrizi- 
tät3mwertk, dag die Nebenbhahnlinte Mecdenbeuren— Tettnang mit elektrifchent 
Strom zu verforgen Hat, und einer Heinen Mühle in Uppenweiler, melde 
der AMofluß eineS feinerzeit von dem Klofter Weikenau angelegten Stau 
weiher® treibt, Ionımen nur die ortZüblidhen Handwerkerberufe, darunter 
Wagner, Schmiede, Sattler, Küfer 26., vor. Verfchiedene Einwohner jind 
in der Vederfabrik von Hünt & Cie, in TriedrihshHafen oder hei H. Wölfle, 
iopwie Loder & Sohn in Medenbeuren al Arbeiter beidhäftigt. — Seit 
dent Jahr 1895 befteht in € ein DarlehenSkaffenverein; er {{t der ältefte 
im BezirE und Hatte — bei 59 Mitgliedern — im Nahr 1912 einen 
Umfaß von 115872 „4. 
6. lunau. 
Der Weiler Fl. 14,8 km füdöftlig von Tettnang, 548 m über MN, 
Gemeinde II. Kaffe mit 6 Gemeinderäten, 1067 Einw. (1057 fat., 10 en.) 
Telegraphenhilfftellen in den Parz. Summerau und Wildpoltsweiler; 
Pojthiffitelle in der Parz. Gopypertsweiler, Markung 1546 ha. 199 Wohn- 
Häufer. 
Zur Lage des mweitausgedehnten Semeindebezirt3 Heibt e8 in der 
alten Öberamt2befhreibung: „Er hat eine hohe bergige Lage mit wild: 
romantijdhen Landfdhaften, vielen Waldungen und einen bedeutenden 
lach: und Hanfbau, aber keinen Weinbau.“ Die Grenze de8 Gemeindes 
bezirt® bildet im Often und Süden die Argen, zugleid Landesgrenze gegen 
die preußifjdhe GHerrfhaft Uchberg. Die 25 Parzellen verteilen fid) auf 
vier Pfarreien: Lainınau, Neufirh, Goppertsweiler und MWildholtzweiler 
(S. 8971.). Die zwei lebteren gehören zur Gemeinde, Alte Burgen 
tagten da und dort entpor an den Argenabhängen: Bflegelberg, Blumegg 
und Neufummerau, Sie find fämtlich vergangen mit den Gejdhlechtern, 
die auf ihnen Haufjter, In neuerer Beit hat Fürft Ouadt-Y8ny ziemlich 
großen Befiß im Gemeindebezirk erworben. 
Bun rtomantifjdhen Charakter der LandfHaft tragen auch bei die 
Seen und Weiher: Kreuzweiher, Langenfee und GHüttenfee. Benerkenze- 
werte Bauwerke find außer in den beiden Pfarrweilern nirgend8 zu finden. 
Alte Bauernhäufer in der Art der Blodbauter verfüwinden mehr 1u11d 
mehr. Die alten gedeckten Argenbrücen bei Pilegelberg und Steinenbach 
nd längft durch andere erlebt. 
Die Gemeinde F. ift zu Beginn vde8 19. Yahrh. durch Zerlegung 
de3 montfortijhen AUnıte8 Neukirch gebildet worden (S. 351 f.). Sie 
beiteht aus 25 Parzellen; 
. Slunan, WW, 17 €. An der Argen. Bei der Gründung des 
Roiter8 Langnau 1122 erjcdheinen zwei Werner von Shunau (Fönowa,
	        

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