Full text: Beschreibung des Oberamts Tettnang (14)

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Ortshefreibung. 
Nach der Berufg- und Betriebszählung vom 12. Juni 1907 kamen 
auf die land- und forftmirtfdhaftlighe Bevölferung von Fr. nur 320 Per- 
jonen = 5,9%, der Gefamtbevölferung; 12 Yahıe vorher, im I. 1895 
betrug ihr Anteil no 7,3 %. Dagegen entfielen auf die Berufsabteilung : 
Gewerbe und Indujirie . . 23083 Perfonen = 42,2% (1895: 38,3 °%%) 
Handel und Verkehr . . . 1734 ” = 3818” („ : 320) 
Sonftige Berufe . . . . 1098 # = 201” („ :224„) 
Die zur landwirt{Haftlidhen Beniügung verfügbare Bodenfläcdhe Hat, 
zumal da 26,4% der Markung aus Wald beftehen, feine große Uus- 
Dehnung. Im I. 1912 erftredte fie fi über 595 ha, davon mar aber 
mehr al8 die Hälfte Wiefen- und Weidenareal!). In der Hauptjache 
ijt denn aud) der IandwirtfHaftliche Betrieb lediglich KHeinbäuerliher Art. 
Von 286 landwirt/Haftlihen Betrieben, die bei der ermähnten Zählung 
von 1907 ermittelt murden, befanden id) bloß 6 in der Gröpentklalfe 
von 10 ha und mehr; 242 Betriebe, alfo über */s (84,6%) der Gefamt- 
zahl umfaßten Höchiten8 1 ha; unter ihnen find viele von der Hoffanımer 
zum Preis von 35—40 MM pro Morgen verpachtete Grundjtücke ?). Die 
auf eigener Markung gewonnenen landwirtfhaftlidhen Erzengniffe reichen 
naturgemäß zur Deckung des Bedarfß, zumal im Sommer bei dem un» 
gemeint [ebhaften Fremdenverkehr, nicht aus, Aug Mildy muß in großen 
Mengen von außmwärtz bezogen werden. Die per Bahn zugeführte 
Mildmenge belief ih im DurcdhfHnitt der 3 Jahre 1910/1912 jährlich auf 
302 Tonnen. Der Weinbau Hat ganz aufgehört, der Hopfenbau ijt auf 
wenige Gärten mit zund 1 ha Bodenfläche bejhränkt. Einer fteigenden 
Verbreitung und Pflege erfreut fidh der Ybftbau. Der X. Schlokgarten 
in Fr. ft durch feine Baunt= und Blumenzucht berühmt. 
NichHt oHne wirtfHaftlidhe Bedeutung für Fr. ft die Bodenfees 
fildherei, befonder8 feitdem die Fänge von fHmackhaften Fifcharten 
durch planmäßige Duryführung der künftliden FildhzudhHt und Schuß- 
brütung zugenommen und die UWbjagntöglichkeiten fidh bedeutend verbefjert 
haben. Im Schlopgarten ijt vor etwa 25 Jahren eine aatlihHe Feldhen- 
brutanftalt eingerichtet worden; eine zu Beginn de3 Yahıe8 19138 ges 
gründete Fijchereigenoffentdhaft (e. 6. m. b. ©.) in Fr. verfolgt den 
Zwed, den Verkauf der Fildhe felbfit in die Hand zu nehmen ?). Mit: 
gliederbeftand am 31. Dez. 1913: 25 Genoffen. 
Wie fehr in Fr. die Gemerbjamteit in Blüte gefommen it und 
in3befjondere au die Fabrikinduftrie Eingang gefunden Hat, läßt 
fih aus dem Hinauffhnellen der Gewerbefteuerkapitale, der Bauplab- 
preife, der Stenererträge (val. oben S. 587) und daraus erfehen, daß jeßt 
3 indujtrielle Unternehmungen je eine Arbeiterfhar von mehr al? 200, 
1 Unternehmen mehr al8 100 gewerblide Arbeitskräfte befhüftigen. 
€3 find dies: 
1. die X. EifenbahHuwerkftätte und Schiffswerfie (feit 1849 beftehend), 
2. der Luft{hijfban Zeppelin, SG. m. b. O. (jeit 1908 beitehend) *), 
3. der Motorendau SG. m. b. O., 
4. die Sohllederfabrit von Hüni & Cie. (gear. 1859). 
1) Val. die Tab. III des Anhangs. 
2) Der Grundbefig der X. HGoffanımer beträgt allein auf Markung 
SFr. rund 203 ha; dazu gehören vor allem die fog. Löwentaler Güter, 
3) Näheres über die Bodenfeefifcherei oben S. 527. 
4) Nähere8 I. oben S. 582.
	        

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