Full text: Beschreibung des Oberamts Tettnang (14)

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OÖrtSbefHreibung. 
Aogegangen: Zum Weiher. Im HirlGHlatter Urbar von 1515 
werden 4 Häufer „zum Weiher” wiederholt ermähnt, al8 new gebaut; 
lie {heinen in Gerbert3hauS aufgegangen zu fein (Flurname Weiher). 
Die an Einwohnerzahl zweitfleinjfte Gemeinde (vor Eriskirh) liegt 
auf der rechten Seite der Schuffen und Hat von allen 8 weijilih der 
Schuffen befindlichen Gemeinden des Bezitl$ den relativ größten 
Waldbeftand. Ungefähr */s der 784 ha umfajjenden Gefamtmarkung 
Hit Wald (158 ha Staat3- und 104 Privatmald), Die Bevölkerungs 
aiffern zeigen menig Verfchiebungen, Der Gaupterwerb3zweig der 10 zur 
Gemeinde ©. gehörenden Orte und Weiler jtüikgt fih auf die Xand- 
mirtfdaft mit Rindvieh- und Schweinezucht, Höfe mit zufammen- 
hängenden Grundftüden von je mehr als 50 Morgen gibt e3 6, fie 
gehören teil® zum Dorf Hirfchlatt, teil3 nad HehHelfurt, SGunzenhaus 
und Kehlen. Zum Verkauf nad auzwärtz kommen regelmäßig Frucht, 
Obit, Hopfen, Eier, Milch, Die größeren Gutzbefiger Haben im Sommer 
Itet3 Urbeitermangel. Der Wiefenbau ift fehr ausgedehnt, meift jind die 
Wiefen zweimähdig. Das Gewerbe ift nur in dem ortsüblighHen Unız 
fang vertreten. Indufjirie gibt e8 nicht, und audH da3 nahe Friedrichs. 
Hafen entzieht der Landmwirtichaft nur menig ortsanfäffige Arbeitskräfte, 
A3 Heiner Nebenermerb befteht jeit langen Yahren etwas Korbilechterei; 
die erforderlihen Weiden werden auf der eigenen Markung am Schuffen- 
ufer gepflanzt. Keine Obfibranntweinbrennereien find viele vorhanden, 
nehmen aber den Betrieb nicht jedes Yahr auf. Cine gemeinfanı mit 
den Gemeinden Eitenkirh und Medenbeuren in den Jahren 1898/1900 
vorgenommene durchgreifende Korreftion der Schuffen Hat die Gemeinde 
©. viel Geld gekoftet, ihr aber au Ruhe vor verheerenden Übers 
IOwenmunagen verfchafft. 
10. Qaimuau. 
Das Pfarrdorf 8,7 km {üdö{tlih von Tettnang, 441 m über N. N, 
Gemeinde ILL, Kaffe mit 6 Gemeinderäten, 488 Cinw, (476 ath., 12 ev.). 
Telegraphenhilfftelle. Markung 674 ha. 89 WoHnhHäufer. 
nr hier Ihom ziemlich weiten und breiten Argentale dehnt {ih 
die Gemeinde Laimnau au, nur SGigeniteig und Unterwolfert3weiler 
jind etma8 bergiger gelegen. Die Pfarrei umfaht no 6 Larzellen der 
Gemeinde Flunan und 3 Parzellen der Gemeinde Tannau. Das Rat- 
hauß it in Laimnan. Da3Z Pfarzdorf Yaimnau, durchitrönt vom 
Bollenbad), der unweit der alten Hökzernen, überdachten Argenbrücke in 
die Argen fich ergießt, ift nmördliH überragt vom Dradenftein (S. 154), 
mährend wmeftlich au dem Tettnanger Wald der Urgenhardier Kapf 
(548 m) und die GoHwacht (506 m) ing Argental Herabfhauen und 
füdweitlidh die Lenenshurg (S. 155) über Giepen, fÜdoöltlih Altjummerau 
gegenüber dent Bad Laimnau fih erheben. Mitten im Ort, umgeben 
bonı Friedhof, fteht die alte, mehrmals veränderte und erweiterte Pfarr- 
firche St. Beter und Paul mit maffigem Turm (unten tonnengemwölbt), 
der jeßt Hatt de8 urlprünglidhen Satteldach3 ein au8 vier niederen 
Giebeln aufiteigende8 Zeltdach trägt. Der Vieledchor |tammt nody vom 
Bau bon 1495 und war unzweifelhaft früher gewölbt, das Langhaus, 
xemlid) nieder und infolge von Verlängerung langgeftredt, hat Flach-
	        

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