Full text: Beschreibung des Oberamts Tettnang (14)

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Ortöhejhreibung. 
gegen find gegen 90 Iandwirtihaftlide Branuntweinbrennereien in der 
Gemeinde. — Auch die Bautätigkeit war in den leßten Jahren äußer]t 
febhaft (Poftgebäude, SchulbauZ, Bahnüberführung, Privathäufer, kath. 
Kirche u. f. w.). 
WaS den BPerjonens und Güterverkehr anlangt, fo {ft diefer auf 
der Staatzbahn und auf der Privatlinie Medenbeuren-Tettnang {jehı 
beträchtlich (vgl. über den Verkehr die Ungaben oben S, 569). 
Un Vereinen ift in M, kein Mangel. Die gedienten Soldaten 
find dent Kriegerverein in Brochenzell und Kehlen, DdeSgleidhen den 
militärifjden Vereinen in Tettnang angefhlojjen. Daneben gibt e8 einen 
eh, er Eifenbahnunterbeamte, einen folgen für Schligen, einen 
aucht(ub 2. 
15. NMeufkirch, 
Pfarrdorf mit Marktgeredtigkeit, 10,7 km oftfitdöftligH von Tettnang, 
556 m über N. N. Gemeinde II Klajje mit 6 Gemeinderäten, 1259 Einw. 
(1217 fath., 42 evb.). Boftagentur, Telegraph, Fernjpreder in N.; Roft 
Hilfitelle in der Parz, Bernried. Arzt, Tierarzt. Markung 1699 Iıa, 
225 WoHnHäufer. 
Im SGegenfaß zu den vorauZgehenden Gemeinden Liebenau und 
Medenbeuren im Schuffental liegt die Gemeinde Neukirh Ho und 
bergig im Sftligen Teile des Bezirk3Z um den alten Mittelpunkt der 
„neuen“ Kirdhe, die wohl in ihrer Gründung in romanifhe Zeit zurüc- 
reiht und dem Ort und ehemaligen montfortijdhen Amt Neukicch den 
Namen gab, In ihm befindet fich die Hödhite Erhebung des Oberamtz. 
hezirt8, der obere Schorren bei Landolz 607 m, allo 212 m iiber denı 
Bodenjee. Yuch in diefem Bezirk, wie bei Flunau, Langnau und Schom- 
Burg, finden fi die oft ganz idylifd gelegenen Heinen Seen und Weiher: 
Güttenfee (S. 76), Yıigermeiher, Golzweiher und Mahlweiher, mit ebenfo 
idylijden Waldwinkeln und Schluchten, 
Daß Pfarrdorf Neukirch beanjprucht ein etwaß {tädtijhHeS® Gepräge 
durch feine die Umgegend anziehende Handels: und Gewerbetätigteit. 
Ein bedeutendes Rauf- und Handelshaus, eine Brauerei und drei weitere 
Wirthaften, die Hauptfäclichften Gemerbe beleben den Verkehr, fo daß 
man im Volksmund (mie auch anderort® gefchieht), Neukirch alZ Klein- 
Rari? bezeichnet, Anmitten deß alten Friedhofs, der im Diten vom 
Mfarrhaus und Kaplaneigebäude flankiert ijt, fteht die etwaß niedere, 
langgeftredte, 1750 veränderte Pfarrkirdhe zum bl. Sylvejter, deren Chor 
und Zum im Unterbau aus romanifher Zeit ftammen. Das Innere, 
mebrfad) verändert, wurde 1914/15 fjehr anjpredhend erneuert und ver- 
Thönert und zeigt drei mıarmorierte Altäre in einen merkmürdigen HNaffi- 
ziltijhen Mifchftil und ebenjolde Kanzel und Orgekgehäus, Sin Altar 
enthält ein intereffante8 Altarblatt mit Montfortwappen und Datierung, 
gemalt 1718 von Yoh. Gabriel Roth, der in Kiplegg und Weißenau 
malte. „Der Altar ft wie die Kaplanei und die Rofjenkranz- (urfprüngliq 
Sapulier-)bruderfhaft eine Stiftung de8 Grafen Anton von Montfort 
und feiner Gemahlin Maria Unna von Xhun, der man den Namen 
einer Kaplaneigründerin Deilegen Könnte. UYuf dem Altarblatt ift ein 
aBzetifcher Schriftjteller der Marienverehrung de8 17. Yahrhundert3 (ent
	        

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