Full text: Beschreibung des Oberamts Tettnang (14)

Öberteuringen. 
847 
Kraftanlage (Nieder]pannung) in Wiedenbach, dazu Lonımen einige Motoren- 
beiriebe, Kie8- und Sandgruben 20. Die nädhftgelegene Bahniftation it 
die Oberamt8{tadt Tettnang. 
19. OÖberteuringen, 
Das Pfarrdorf 12,9 km nordweftlih von Tettnang, 450,8 m über 
N, N. Gemeinde IL, Klafje mit 6 Gemeinderäten, 1162 Einw. (1047 
fath., 104 ev., 11 von and. Bekenntn.), Boftagentur, Telegraph, Fern- 
Ipreher, Markung 2008 ha. 206 Wohnhäufer, 
Das uralte Duringas, die nordweftlide Grenzgemeinde gegen Baden, 
it nad Ausdehming, Lage, Überlieferung und Gefhichte eine der her- 
vorragendften Gemeinden de8 ganzen SeebezirkS, E€3 war fhon in alter 
Seit Gericht» und Dereicaftialig, Mittelpunkt eine8 Landkapitel8, das 
den Hl. Petrus zum Patron und eine Martinskirdhe zum Mittelpunkt 
Hatte, in welche die weite Umgegend eingepfartt war, Wöter zur Lands 
bogtet gehörig. AWdel, SGeiftlidhkeit und Stadt Ravenzburg maren hier 
begütert, und daz reihe Teuringer Tal i{jt uralte8 Kulturland. 
Der Lage und Ausdehnung nach erftredt fi der Gemeinde» und 
Pfarrbezirk von den AWbhHängen und Auszläufern des Gehrenberg8 durch 
das Rotachtal hi zu den Rieden feitmärtz der Kotady an der Grenze 
gegen Berg und das badifhe Riedheim. Mitten im Tal Niegt wieder 
dr einem Wald von Objtbäumen das Pfarrdorf Oberteuringen mit 
ftattlider Pfarrlirche zum Hl. Martin. Diejelbe ftammt aus8 {pätelter 
gotifdher Zeit (1516. Einmeihungstag: 17. Juli 1517), Hat {pigbogige 
Seniter ohne Maßımerk, lade Deden im Innern, einen f{tolz in die Lüfte 
ragenden Turm mit achtfeitigent Helm auf vier Giebeln und qgqotijhen 
Mapßwerkfenjtern (leßtere wohl neuer). Die Kirde murde mehrmals in 
den legten 100 Yahrem verändert: das erftenıal unter dem Pfarrer Fehr 
(on Raven8burg, Pfarrer hier von 1799—1846) in den zwanziger 
Jahren des 19. Yahrhundert8 im Gefjhmad jener Biedermaierzeit in nad 
Haffiziltifhem Stil, daS zweitemal in den fechziger und fiebziger Yahren 
ter Pfarrer Schobinger (1812—1900. Pfarrer dahier von 1863—1900) 
mit völliger Megotifierung, Bemalung von Bentele, neugotifhen Altären 
von Meg und SOnell, ebenfoldem Chorgeftühl und Kanzel, das dritte- 
mal 1896/97 mit gründlicher Inftandfegung nad außen und innen, Der 
Weitgiebel wurde erneuert und mit einem großen Steinbild des hl. Mar- 
tinus (v. Pfijter, Rorfhach) gefhmüct. Das Innere erhielt eine lichte 
Bemalung dur Schiller und Ofternteier-Ravensbhurg mit einem Herrlidhen 
Dedenrundbild, Geburt Chrifti, von Gebhard Fugel (Brofelfor in Münden). 
Neue Orgel 1898. Von alter Kunft finden fihH im Innern zwei mertk- 
mürdige Inventarftücke: ein Wandtabernakel in RKenaiffance (c. 1600) 
und ein ebenfolder Taufitein von 1631 (I.K), beide wohl fhon urfprüng- 
lid) bemalt, erjterer mit Relief im Bogenfeld, leßterer mit Oreitem Blatt. 
ornament, Gegen Süden Kiegt am Chor die alte, tonnengewölbte Sakriftet 
mit mehreren Kunftihägen: Monftranz, Kelde, Mehkkännden, Buchbejchläg. 
Augsburger Arbeit 1724. Eineß der {Hönen gotiihen Rrozeffionskreuze 
findet fi ebenfall8 in der Teuringer Kirde. Der mohl früher hefeitigte 
Kirchhof umgibt die Kirche und Hat mehrere alte Denkmäler von 1545, 
1614, 1785. Nördlich der Kirdhe fteht daß ebenfall® ftattlihe, 1754 ges
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.