Full text: Beschreibung des Oberamts Tettnang (14)

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Drt3befchreibung. 
Mengen in eine Käjerei nah Fildbach. Hier beftehHt aud) eine private 
Einkaufsgenoffenfhaft für KFünftlidhen Dünger. — Der GHopfenbau ift 
wegen Idledter Preife in den leßten Jahren zurückgegangen. 
Auf dem Gebiet der gewerblichen Tütigfeit {ei vor allem daran 
erinnert, daß Manzell al die GebhurtSitätte der Luftfchijfe des Grafen 
bon Zeppelin zu gelten hat (S. 582 ff.) Der rege Verkehr, deffen 1ich 
Manzell in den Jahren 1900-—08 rühnmen durfte’) und der e8 ndtig 
madchte, daß tüäglidh häufige Motorboot- und Autofahrten zwifchen Friedrichs- 
Hafen und Manzell ausgeführt murden, Hat feithHer zwar {tark abgeflaut, 
aber doch nicht ganz aufgehört, Neben dem Bedürfnis vieler Bodenfees 
tourijten und Sommerfrifchler, die Hiftorijhe Stätte mit eigenen Augen 
zu fhauen, find e8 das Koberfhe Flugzeugunternehmen (S. 588) und die 
ungemein reizvolle auSficht3reide LandjHaft, die immer wieder neue 
Hremde zum Befuche von Manzell anloden. — An gewerblichen Betrieben 
find fernerhin zu nennen: eine große Danıpfziegelei nt ca. 40 meilt 
ausländifjchen Arbeitern beint Grenzhof (X. Weyhenmeyer), eine Wöphalt-, 
Dadhpappen- und Teerproduktenfabrik in FijHbach, eine medanifjHe Werk» 
jtätte im Meiltershofen und verfhiedene Mahl. und Säqmübhlen, In 
Seemo8 wurde im Frühjahr 1913 ein {Horn gelegener Galthof („YKiger- 
Haus“) zur Aufnahme von Fremden eröffnet, Im übrigen find die 
ort8iühlidhen Gandmertsberufe in der Gemeinde gut vertreten, auch 
gemwerbämäßige Fifcher gibt eS mehrere. 
Die nächitgelegenen Bahnitationen bezw. GHaltepunkte find: Fildh- 
bach, Manzell und Seemoos, Sdh. Hatte mie Schomburg im Yahr 1911 
die Höcdhjte Genmeindeunlage, nämlich 13% o der Katafjter, in den voran- 
gegangenen 3 Yahren fogar je 13,5" /o. 
21. Sohomburg. 
Der Weiler Sch. 17 km SillidH von Tettnang, 552 m über N, N. 
Gemeinde IM, Kaffe mit 6 Gemeinderäten, 919 Einw. (906 Iath., 13 ev.). 
Barz. Primisweiler: Poftagentur, Telegraph, Fernfprecher; Parz. Ga3lad: 
Boft« und Telegraphenhilfjtelle, Markuıng 1221 ha, 159 WohHnhäufer. 
Den nordöiftlihijten Teil des Oberamt2bezirk3 umfaßt die ehemalige 
GHerrfhaft, jebt Gemeinde Sdhomburg. Die Gegend nähert jihH {Hon dem 
Charakter des Allgüug. Die untere Argen teilt den Gemeindebezirk in 
zweit Teile, von denen der recht3 de3 Flurffe8 liegende der Pfarrei Has- 
lach, der HinkS liegende der Pfarrei Primismeiler zugehört, Ein Filial 
be8 leßteren, Giltenzweiler, liegt an der oberen Argen, welde an der 
Grenze des Oberamts» und Gemeindebezirk unterhalb Pflegelberg mit 
der untern Urgen (ich vereinigt. Das Argental felbft ift tief eingefAnitten 
mit {teilen Talahhängen; auf den Höhen recht und Mint ftanden al 
Lalwädhter die Hochburg und die Shonıburg. Von beiden i{t nicht nıehr 
biel zu fehen. 
1) Yin Gerbft 1908 (10, Nov.) ftattete Kaifer Wilhelm IL. mit dem 
SFüriten von Fürftenberg und reidhem Gefolge dem Grafen Beppelin in 
Manzell einen Befuch ab und zeichnete ihn dabei durch Berleihung des 
Schwayzzen AWdlerorden8 auß.
	        

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