BohHnenberger, Glaube und Sage.
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die Krone abgelegt und hHernady einen Mann, der dieje entwendet hatte,
verfolgt und getötet. — Mehr eine Scherzrede al8 eine Tierfage ift die
MWarmbronner Behauptung: die Ameifen freuen fi über jede Seburt
eines Anaben und weinen über die jedes MädchenZ, meil die Manns:
(eute beim Vejper die Brofamen auf den Boden fallen Iaffen, die Weib:
leute fie aber vom Schurz in den Mund führen,
Des MuteS Heer mar noch der Mehrheit der Ortfhaften eine be:
Fannte Erjheinung. Nur in wenigen war e8 fo verblaßt, daß eS nur
noch im jprachligen Ausdruck fortlebte: lärmen, tun mie des Mutes Heer.
Die Vautform ift Muete und gefürzt Möte aus Wuoten, Wuotan (mit
m für w wie in mO für wo); das vorgejebte Geichlechtsmwort: (de)® wird
zumeift noch gebraucht. Das Heer lärmt oder mufiziert fein, e® jagt
gejpenftifches Wild und man muß fih davor mit dem SGejicht auf die
Erde werfen, fonft muß man in Trergeftalt mit. CS zieht beftimmte
Wege, erjcheint teilmeife zu beftimmten Zeiten (Zwölf Nächte oder jonftige
Winternächte), ehrt in beftimmte Häufer ein und hält dort Gelage. So
Ioll e$ ein Flachter Ohfenwirt aufmachend in feinem Haufe gefehen haben
und al8 er nachher die zurüdgelafjenen Gejchirre bejchaute, waren es
Knochen, gefüllt mit Miftbriühe, Al Führer gilt teilmeife der wilde Yager.
Au einen Wagen will man Ihon durchs Dorf rollen gehört haben
(Mönsheim).
‚ Von Riefen wird nichts berichtet, von Zwergen wenig, ganz wie jonft
im Vande, Zwerge follten im Hauerloch bei Höfingen Haujen.
Von Schäßgen, die zu beftimmten Zeiten erjheinen, fheint man nur
an wenigen Stellen gewußt zu haben. Cinen bekam ein Mann bei der
Maifenburag zu fehen und eine Stimme forderte ihn auf, zuzugreifen. Sr
habe aber Bedenken gehabt, da fei ein Fräulein erfhienen und Habe ge:
FMagt, daß eS nun unerlöft bleibe. m Keller der Burg auf der Kuppelzen
bei Münklingen werde ein Schaß von einem Pudel gehütet. Auch Wein
lagere dort, Ein Schweinehirt habe es verftanden, vom Pudel eingelafjen
zu werben, und jei dann immer betrunken zurücdgekehrt. Als er aber ein:
mal SGenoffen mitbrachte, fei ihm der Cingang auf immer verfhwunden. —
Unterirdifhe Gänge foll es bei vielen alten Gebäuben geben, ohne
daß fih meitere Sagen baran zu fnüpfen [heinen.
‚„Zuden Örtlighkeits8fagen laffen ih außer mandem fHon Genannten
die Sagen von Schladten an gewifjjen Stellen rechnen, fo von einer
Schlacht und einer ehemaligen Stadt im Walde Schellenberg zwifhen
lacht und Mönsheim (dort mittelalterliHe Gehäuderefte). Zugleich eine
Namenfa ge ift e8, menn man daneben auf den nahen Kriegsädern eine
Schlacht ftattfinden läßt, Cine Sage legterer Art wird auch vom Frauen:
freuz im Warmbronner Wald berichtet. Eine mit Eiern auf den Stutt:
garter Markt gehende Frau Hahe dort Drillinge geboren und habe lange im
„Kreuz“ (Siend) dort liegen müffen, bis zufällig ein Fuhrwerk des Weges
gefommen fei. Zu den Ort8: und Perfjonenfjagen gehören Ge:
1ichten vom Herzog Karl (Karl-HGerzog). Er habe die Allee von der
Solitude gegen Korntal mit Salz beftreuen laffen, um mit der Hofgefell-[haft
dort Schlitten fahren zu können. Die Gejchichte von der Prebigt
des PfarrerS, dem der Herzog eine leere d.i. eine nicht? enthaltende
Predigtvorjchrift vorlegen ließ und der darauf von der Schöpfung aus dem
Nichts predigte, wird von Weil im Dorf berichtet (dort von einem Pfarrei
Sarmay) und von Warmbronn (hier als Anlaß zur Stiftung der anjehnlihen
Pfarrgüter), — Als erklärende Sage kann die von der Ein: