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Fischer neben Guibal, Harper und Le Jeune das bedeutendste Mitglied
des künstlerischen Lehrkörpers dieser Anstalt geworden und übte als
Dekan der Fakultät der freien Künste der Hohen Karlsschule einen
weitgehenden Einfluß auf die * Ausbildung der Kunstzöglinge aller
Zweige aus. Seine Lehrtätigkeit dauerte bis zur Auflösung der Akademie
im Jahre 1794. Sein Interesse und seine Sorge für die Erhaltung
bzw. Wiedereinrichtung des Kunstunterrichtes in Württemberg erlosch
damit aber nicht. Bekannt ist sein energisches Eintreten nach Auflösung
der Schule für die Erhaltung einiger Zeichenklassen, die er sich als
Grundsto> für eine neue Kunstakademie dachte (1794-1795).
In den für die Baumeister des 18. Jahrhunderts üblichen militärischen
Rang wurde Fischer durch Ernennung zum Premier-Leutnant bei der
Artillerie am 20. April 1773 erhoben. Damals erhielt er gleichzeitig
auch den Titel eines herzoglichen Architekien. Beide Verleihungen
erfolgten erst, nachdem Fischer zwei diesbezügliche Gesuche eingereicht
hatte. Bei den Akten des Schloßmuseums liegen noch eine Reihe ähnlicher
Gesuche des Meisters. Interessant ist es zu sehen, daß er sich
anfänglich die Texte von erfahrener Hand durchkorrigieren läßt. Unter
anderem fand sich ein Gesuch um Verleihung des Charakters als Hauptmann
vom Jahre 1774, dem der Herzog erst ein Jahr später anläßli<
der Einweihung des Akademie-Gebäudes in Stuttgart entspricht;
dann ein solches um Übertragung einer Flügel-Adjudantenstelle mit
ablehnendem Bescheid ; endlich noch zwei weitere um die Ernennung
zum Major vom 25. Mai 1790 und um Verleihung des Patentes
hierzu vom 14. Juli 1790. Diese Gesuche berühren uns zunächst etwas
eigentümlich. Man muß sich aber vor Augen halten, daß sie für die
damalige Zeit etwas ganz Selbstverständliches und ich möchte beinahe
sagen Charakteristisches sind. Es war ja noch garnicht jo lange her,
daß ein Süß, Wittleder und Montmartin ihren schwungvollen Stellenhandel
betrieben.
Die Vermählung Fischers mit Julianna Charlotte Bilfinger, der
Tochter eines württembergischen Regierung3rates, dürfte im Jahre 1774
erfolgt sein, denn aus diesem Jahre ist ein Gesuch um Gehaltserhöhung
vorhanden, worin er darauf hinweist, „daß sich ihm eine Gelegenheit
biete, wodurch er sein zeitliches Glü> auf eine dauerhafte Art befestigen
könne". Der Ehe entsprossen drei Töchter und ein Sohn Ferdinand,
der nachmalige Gründer der jetzigen technischen Hochschule zu Stuttgart.
Damit hat der Sohn einen Lieblingsgedanken des Vaters erfüllt.