Volltext : Reinhard Ferdinand Heinrich Fischer 1746 - 1812

Exerzierhof, dessen Point de vue der große Festsaalbau bildet, der
zugleich das beherrschende und zusammenfassende Akzent der gesamten
Anlage darstellt. Diese drei Baumassen sind untereinander und mit
den würfelförmig gestalteten Eingangs-Pavillons durch eingeschossige,
mit Mansarddach überdeckte, im Bogen geführten Arkadenbauten vervunden.
 Dadurch erscheint der große Exerzierhof, in dessen Mitte ein
Reiterstandbild des Herzogs Platz finden sollte, vollständig geschlossen.
Die Würfelform der Eingangspavillons kehrt in den Ed>pavillons der
seitlichen Baugruppen wieder. Neben einer klaren inneren Disposition
der einzelnen Baukörper entwickelt Fischer im Festsaalbau eine außerordentlich
 strenge, aber großartig gedachte Raumkomposition, die sich
aus den vorhandenen Grundrissen wenigstens ahnen läßt. Von den beiden
Langseiten des Festsaalbaus sind reiche, vurch Bogengänge gegliederte
Gärten vorgesehen, deren Charakter an die gleichzeitige Hohenheimer
Anlage erinnert.
Mit der Ausführung des Hotels Ducal wurde im Jahre 1772
begonnen. Die Grundsteinlegung fand am 26. Mai unter großen
Feierlichkeiten statt. Mehr als 1*/: Jahre arbeitete man eifrig an der
Vollendung dieser vorbildlichen Anstalt, wozu es jedoch nie kam. Die
Rückverlegung des Hofes nach Stuttgart, wohin die Akademie nachfolgte,
brachte die Stillegung sämtlicher Arbeiten auf der Solitude. Das
Gebäude blieb teils in den Fundamenten, teils im Erdgeschoß liegen.
Damit war auch die Tätigkeit Fischers als Architekt auf der Solitude
 abgeschlossen. Nur noch gelegentlich hatte er sich dort als Festarrangeur
 zu betätigen, wie 3. B. anläßlich des Besuches des Großfürsten
 Paul von Rußland im Jahre 1782.
Abschnitt 3.
Das höfische Bauwesen in Stuttgart.
a) Die Akademie ').
Mit dem Umzug des Hofes im Jahre 1775 kam auch die Militär-Akademie
 nach Stuttgart. Zur Aufnahme der Schule hatte der Herzog
schon Ende des Jahres 1774 die sogenannte untere Kaserne hinter dem
1) Driginalrisse und Stiche im Besiß der Technischen Hochschule Stuttgart.

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