Volltext : Reinhard Ferdinand Heinrich Fischer 1746 - 1812

51

Damastvorhängen ausgestattet war. Weiterhin trifft man im Wohnflügel
 noch auf die gut erhaltenen, auf Leinwand in Ol gemalten
Deckenspiegel eines ovalen Raumes, dessen untere Wandflächen reich mit
Spiegel dekoriert waren, während die oberen Wandteile sich in einer fortlaufenden
 mit Damastdekorationen versehenen Fensterreihe des oberen
Umganges öffneten. Der Deckenspiegel zeigt stark farbige, in mehreren konzentrischen
 Ringen komponierte figürliche Darstellungen chinesischen Genres.
Die Mehrzahl der Räume besaß flächige Dekorationen im Charakter des
Lalondeschen Linien- oder Felderstils mit reicher arabesker oder figürlicher
Ornamentik, wobei die Tapete eine große Rolle spielt, so z. B. das
Paradeschlafzimmer und die anstoßenden Assembl&e-Räume. Das Jnventar
 des Schlosses Hohenheim vom Jahre 1797 enthält zwar manche Angaben
über die Ausstattung der Räume, legt aber mehr Gewicht auf die Verzeichnung
 des Ameublements, so daß sich auch hieraus kein vollständiges
Bild der überaus reichen Dekorationen des Schlosses gewinnen läßt.
An Entwürfen sind nur noch die Risse zu der überladenen Bibliothef,
 von der C. Heideloff in seinen „Merkwürdigsten Ansichten von
Hohenheim" eine farbige Darstellung gibt, und dem Speisesaal vorhanden,
 die sich beide im Besitz der Technischen Hochschule Stuttgart
befinden. Zn der Ausstattung der Bibliothek spürt man deutlich die
verstiegenen Jdeen des Herzogs heraus, der hier sehr stark eingegriffen
haben dürfte.
Bis zum Jahre 1796 liegt die Leitung des Hohenheimer Bauwesens
noc< in den Händen Fischers, von 1797 ab geht sie auf Thouret über.
Abschnitt 6.
Die Privatbautätigkeit Fischers.
Im ersten Abschnitt habe ich die Privatbautätigkeit Fischers kurz
stizziert. Sie beschränkte sich nicht etwa auf Stuttgart, sondern reichte
selbst über Württembergs Grenzen hinaus. Die Orte seines Wirkens
seien hier kurz noch einmal genannt. Es sind dies vor allem Stuttgart,
 Gaildorf, Calw und Wallerstein.
Die Bautätigkeit in Stuttgart war namentlich in der zweiten Hälfte
der langen Regierungzeit Herzog Karl Eugens ziemlich rege. Der
Herzog ließ ihr auch alle nur mögliche Förderung zu teil werden, sei
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.