Volltext : Reinhard Ferdinand Heinrich Fischer 1746 - 1812

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sich zu beiden Seiten des durchlaufenden Längsflures die einzelnen
Wohnräume auf, wobei möglichst auf das Gleichgewicht der einzelnen
Pidcen in bezug auf die Symmetrie-Achse Wert gelegt ist.
Das Haus hat im Laufe der Zeit so schwere Veränderungen exfahren,
 daß von der ganzen Stuckarchitektur nur noch der Untersto>
mit dem feinen reich dekorierten Portal übrig geblieben ist : Eine Korbbogenöffnung
 mit Archivolte von vasentragenden jonischen Säulenpaaren
flankiert, deren Gesims sich in die Stockgurt eingliedert. Über dem
Gesims sitt eine geschwungene Steinbrüstung mit ovalem ornamental
gefaßtem JInitialenschild unter dem Mittelfenster der Front. Die
Symmetrieachse war also wohl stark betont. Das Portal zeugt von
feinem künstlerischem Empfinden und ist auch in handwerklicher Hinsicht
 ein Meisterstück; es mag als Beispiel der auf besondere Pracht
eingestellten Periode der 80er Jahre gelten.
4. Fischers eigenes Wohnhaus an der Cannstatter Straße.
Gerade in dieser Periode hat Fischer eine sehr fruchtbare Tätigkeit
im privaten Wohnhausbau entwickelt. Hier ist vox allem sein eigenes
Wohnhaus an der Cannstatterstraße zu nennen. Durch Zufall kam
mir die Originalzeichnung Fischers hierzu zu Gesicht. Der Plan gibt
aber den Entwurf zur Erweiterung des ursprünglichen Hauses wieder,
die Fischer in den Jahren 1783--1784 vornahm. Doch läßt sich
hieraus der ursprüngliche Zustand ohne Schwierigkeit herauslesen.
Das Haus hatte eine Front von 3 Zimmern mit 7 Fenstern. In der
Symmetrieachse, die durch das dreiachsige Risalit mit eingeschossigem
giebelgekrönten Querhaus betont wurde, lag im Erdgeschoß das geräumige
 Vestibül, von dem geradeaus im Hintergrund (entgegen der französischen
 Regel) die Treppe zum Hauptgeschoß emporstieg. Auch in
den Obergeschossen ist diese Anordnung gewahrt und das Gleichgewicht
der Pidcen, die sich um -eine Art Diele (in einer seiner Vorlesungen
als „Salle“ bezeichnet gruppieren. aufs genaueste eingehalten. Das
Hauptgeschoß enthielt im rechten Teil einen geräumigen, zweifellos
architektonisch dekorierten Festsaal mit einer halbrunden Ofennische.
Der architektonische Aufbau und der Grundriß sind organisch gut zusammengestimmt,
 die räumlichen Verhältnisse durchaus glücklich. Die
Dekoration dürfte im Prinzip der des erweiterten Hauses entsprochen
haben, war vielleicht aber etwas weniger reich. Nikolai, der im Jahre
1781 Fischer selbst aufsuchte, hat das Haus in seinem ursprünglichen
            
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