Vorwort.
Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg zog zur Verwirklichung
seiner Bauabsichten italienische Baumeister ins Land, da ihm hervorragende
einheimische Kräfte nicht zur Verfügung standen. Unter den
Italienern überragt der Name Frisoni. Nach den Plänen dieses Mannes
wurde das von Jenisch und Nette begonnene Schloß zu Ludwigsburg
vollendet und die Stadt Ludwigs3burg selbst angelegt.
Unter Herzog Karl Eugen, dessen Erziehung Friedrich dem Großen
anvertraut und daher stark französisch orientiert war, beginnt mit Retti,
der zwar selbst Italiener, sich aber in Frankreich gebildet hatte, der westliche
Einfluß einzudringen. Mit der Berufung Ph. de La Gudpieres
nach Stuttgart zur Leitung des Residenzbaus geht die Führung in der
Baukunst in französische Hände über (1752).
Bis dahin. hat die Baugeschichte die württembergischen Verhältnisse
eingehend behandelt, um nun bis zum Beginn des antiken Klassizismus,
der hier etwa um die Jahrhundertwende mit Thouret einsetzt, eine
empfindliche Lücke offen zu lassen.
Die vorliegende Arbeit versucht zu ihrem Teile dazu beizutragen,
diese Lücke schließen zu helfen. Es handelt sich um die Zeitspanne
von Mitte der 60er Jahre bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, also
um die Stilperiode des Louis XVI. Die Führung der höfischen Baugeschäfte
lag damals in den Händen des Hofbaumeister8 Reinhard
Ferdinand Heinrich Fischer (1746-1812), dessen Lebenswerk eingehender
zu betrachten also die besondere Aufgabe ist.