Volltext : Reinhard Ferdinand Heinrich Fischer 1746 - 1812

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Diese Farbliste wäre noch zu erweitern durch blau und rot; so hatte
Fischer in einem der Zimmer nach der Nagold zu eine Haute-lisse-Tapete
 verwendet, die auf karmoisinrotem Grunde goldgezeichnete und
braunrotgetönte Blatt- und Blumenornamente zeigt. Die tapezierten
Flächen waren mit Bordüren vollständig umrahmt und meist sogar in
Felder untergeteilt. Das Holzwerk war in der Regel weiß gestrichen,
allenfalls diente leichte Vergoldung zur Hervorhebung der Profile. Den
Übergang von der Wand zur Decke vermittelte in allen Räumen ein
Gesims, dessen einfachere oder reichere Ausbildung sich nach der Größe
und Bedeutung des betreffenden Raumes richtet. So erhielt Z.B.
das Sprech- und Besuchzimmer des Büros ein reiches Zahnschnittgesims,
 während das Gesims in anderen geringeren Räumen ganz
falls aber sol<e nicht gefallen sollte, so bitte ic ohne weitere Umstände mir gerade zu
Ihre Meinung zu sagen, um solhen solang ändern zu können, bis er Ihren Beyfall
erhält. Der zweite Riß ist die Dekoration zum Saal zur ebenen Erde, ic< habe nach
dero Verlangen darauf angetragen, daß der Alcove zugemacht, und gleich der Gegenseite
 eine Thür angebracht werde. Der 3te ist die Dekoration zum obren Saal, wo es
dann bey Ihnen fteht ob dieselbe vom Stuccator-Arbeith oder von Papier tapeziert
gemacht werden solle; relief von Stuccator-Arbeith ist freylich das schönste, und zugleich
schließe einen 4ten Riß samt Überschlag mit an von einer Wand des unteren Saals,
falls Sie statt Stuccator-Arbeith solhen auf Rahmen und Leinwandt und Leimfarb
colorirt gemahlt haben wollten, auf dem Riß sind 2erlei Vorsc<hläg der eine mit Füllungen
 und Ornamenten, der andere mit Arabe8ken Dessain8 colorirt, Nun wiederhole
ich meine Bitte mir Ihre Meinung gerade zu sagen, zugleich schließe ih einen vom
Stoucc. Hezel gemachten Überschlag von der Stou. Arbeith beider Saalen mit an,
um eine Übersicht zu haben. NB. Sämtliche Überschläge sind bis daher nur deren
Leute Forderung, erst dann wenn Sie gewählt haben, werde ich mit solhen auf Ihre
Genehmigung accordieren. Einen weiteren Überschlag von Bildhauer Berein werden
Sie auch dabei finden, um zu sehen, was derselbe bereit3 vor Meubles vor Sie in
Arbeith hat. Die Comödle Tischle sind nicht dabey, weil sol<e der Schreiner macht.
Wollten Sie ebenfalls dem Bildhauer ein kleines Avance geben lassen, so würde die
Arbeith schneller betriven werden können. I< präpariere mich eben alle3 mit vem
Frühjahr zu liefern ; darf ich bitten mir nebst dero Meinung die Überschläge zu communicieren,
 weil ich solhe nöthig habe. E38 bleibt dabey, daß eben einzweilen nur diejenige
 Zimmer tapeziert werden, die Sie mir im Riß angezaigt haben. Die sind auch
bereit8 beschriben. J< erwarte nun mehro weitere Erläuterung und habe die Ehre
mit vollkommenster Hochachtung zu seyn
Stuttgart, den 21ten November 1790.
Euer Wohlgebohren
Gehorsamster Diener
Fischer.
I< frage an, ob ich auch ein Bettlädle in die Gaststube zu mache habe? I< weiß
niht mehr ob Sie mir eins bestellt haben.
            
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