Volltext : Reinhard Ferdinand Heinrich Fischer 1746 - 1812

Abschnitt 1.
Leben und Werke ».
Reinhard Ferdinand Heinrich Fischer wurde am 18. Juni 1746 in
Stuttgart geboren.
Der Vater Fischers war herzoglicher Hofkammerrat und erster
Hausküchenmeister ?), bekleidete also eine ziemlich angesehene Stellung
im Hofstaate des Herzogs Karl Eugen von Württemberg. Außer
Ferdinand Heinrich entsprossen der Familie noch zwei weitere Kinder
und zwar eine Tochter, die sich später mit dem württembergischen
Regierung3rat Feuerlein vermählte, und ein Sohn Friedrich Christoph
Jonathan, der im Jahre 1750 geboren wurde. Friedrich Christoph
widmete sich zuerst den Kameralwissenschaften, war dann längere Zeit
in diplomatischen Diensten tätig, bis er als ordentlicher Professor für
Staat8- und Lehensrecht an die Universität Halle a. d. Saale berufen
wurde. Dort wirkte ex bis zu seinem Tode im Jahre 1797 *?). Nikolai
erwähnt ihn kurz in seinen Reisebeschreibungen.
Beim Residenzbau kommt bis 1751 ein Johann Heinrich Fischer vor,
der unter Leger und de 1a Guspiere Baukondukteur und seit 1750
Dessinateur war. Er rückte später zum Ingenieurhauptmann auf und
starb als Artilleriemajox und Baumeister in Darmstädtischen Diensten.
Ohne Zweifel war das ein Oheim unseres Meisters, der sicher einen
bedeutenden Einfluß auf die Ausbildung seines Neffen ausgeübt hat.
Dieser besuchte zunächst das Gymnasium illustre zu Stuttgart, damals
 die beste württembergische Schule, deren Lehrmethode allerdings
als veraltet bezeichnet wurde. Die klassischen Sprachen wurden in
ausgiebiger Weise gedrillt -- ein Vermächtnis der alten Klosterschulen --1)
 Im wesentlichen nach: Wagner, Geschichte der hohen Karlsschule.
92) Winterlin gibt als Fischer Eltern an: Joh. Friedr. G. Fischer und Barbara
geb. Castenbauerin.
3) Nach Mitteilungen der Universität Halle a. d. Saale. . Über sein Vorlesungsgebiet
hat er eine Reihe bedeutender Schriften herausgegeben.
Widm ann, Reinhard Ferdinand Heinrich Fischer.
            
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