Volltext: Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg (Bd. 124, 1969)

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Die Trockenrasenvegetation des Kappelberges bei Fellbach 
von RICHARD SCHMIDT, Stuttgart 
Als westlichster Ausläufer des Schurwaldes gehört der Kappelberg 
(680 m) zu den markantesten Erhebungen der Stuttgarter Umgebung und 
kann in gewisser Hinsicht noch zu der Umrandung des Stuttgarter Tal- 
kessels zählen. Man genießt von ihm aus einen herrlichen Ausblick auf 
andere Keuperrandberge —- wie z. B. die Löwensteiner Berge, das Strohgäu 
und über die Filderfläche hinweg zur Schwäbischen Alb —, und nicht ohne 
Grund ist er ein beliebtes Ziel bei Ausflügen und Spaziergängen. Aus der 
Waldhochfläche des hinteren Kappelberges zieht sich der sogenannte 
Sporn des vorderen Kappelberges nach Westen gegen das Schmidener 
Feld vor. An den Hängen dieses „Sporns“ wird ringsum Wein angebaut, 
und auf seiner Höhe findet sich zwischen Wald und Weinberg ein schma- 
ler Magerrasenstreifen, das Untersuchungsobjekt dieser Arbeit. Der Kap- 
pelberg wurde auf Grund seiner großen Bedeutung als Erholungsgebiet 
1939 mit 149 ha unter Landschaftsschutz gestellt. Ein floristisch besonders 
interessanter Teil der Magerrasen an der Hangkette des hinteren Berges 
wurde zum Banngebiet erklärt und darf ohne besondere Genehmigung 
nicht betreten werden. Schon lange sind die Trockenrasen des Kappel- 
berges den Stuttgarter Botanikern als besondere Fundgruben bekannt 
und waren mehrmals Gegenstand floristischer Betrachtungen. Es erschien 
daher lohnenswert, die Vegetation unter pflanzensoziologischen Gesichts- 
punkten zu untersuchen. Die Anregung dazu kam bei einer der traditio- 
nellen Kappelberg-Exkursionen der Stuttgarter Gruppe des Deutschen 
Jugendbundes für Naturbeobachtung (DJN). Wertvolle Ratschläge ver- 
danke ich meinem früheren Biologie-Lehrer, Herrn Dr. H. HAAs und den 
Mitgliedern des von ihm geleiteten Botanischen Zirkels Stuttgart. Für 
weitere interessante Hinweise —- besonders auf vegetationsgeschichtliche 
Probleme - danke ich Herrn Prof. Dr. B. FRENZEL, Stuttgart-Hohenheim. 
Das Klima 
Der Stuttgarter Talkessel und an seinem Rand auch der Kappelberg 
befinden sich am Südrand der den Neckar begleitenden Wärme- und 
Trockenheitszone. Es herrschen jährliche Durchschnittswerte, die denen 
der oberrheinischen Tiefebene ähnlich sind. Verglichen mit anderen Ge- 
genden des Keuperberglandes ist das Klima ausgesprochen mild. Die 
jährliche Durchschnittstemperatur lag in der Normalperiode von 1881-1930 
zwischen 10° C und 11° C, und die jährlichen Niederschläge etwa bei 
650 mm. Gegen NO und S steigen die Niederschlagsmengen rasch an, 
während die Durchschnittstemperaturen bis auf 6-7 ° C sinken. Gegen 
NW sind die Unterschiede nicht so groß. Bei einer jährlichen mittleren
	        

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