Full text: Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg (Bd. 124, 1969)

Berichte 
Arbeitsgebiet, das der Abteilung für stammesgeschichtliche Forschung 
durch besondere Glücksumstände in jüngster Zeit zugefallen ist: Die 
wissenschaftliche Auswertung einer Fundstätte von Insektenfossilien aus 
der unteren Kreidezeit. Er demonstrierte den Anwesenden am Beispiel 
eines Harzbrockens mit mehreren Einschlüssen deren vorzüglichen Erhal- 
tungszustand und die wissenschaftlichen Möglichkeiten, die sich daraus 
ergeben, schilderte die besondere Bedeutung der Kreidezeit für die stam- 
mesgeschichtliche Entwicklung der Organismenwelt und betonte den Wert 
der Funde in Anbetracht der großen Seltenheit von Landtier-Fossilien aus 
dieser Erdperiode. Seine Ausführungen gipfelten in der Hoffnung, daß der 
ideellen Anerkennung der wissenschaftlichen Arbeiten der Abteilung durch 
die Freie Universität Berlin nun auch deren tatkräftige materielle Unter- 
stützung folgen werde. 
B. Abteilung für Zoologie (ohne Entomologie) 
Säugetiere (A. KLEINSCHMIDT) 
Zugänge: Europa: Durch Ankauf der umfangreichen Samm- 
lung von Kleinsäugern aus Mittel- und Süd-Europa von Dr. C. Könısc, 
Ludwigsburg, erfuhr die Studiensammlung sowohl nach Zahl wie nach Art 
eine wesentliche Bereicherung und Vervollständigung vor allem im Gebiet 
der Insektenfresser, Fledermäuse und Nager und damit eine für systema- 
tische Studien erstrebenswerte Verbreiterung geographischer und indivi- 
dueller Variationsreihen. Von den insgesamt 1309 Exemplaren sind 254 In- 
sektenfresser, 460 Fledermäuse, drei Raubtiere, zwei Hasenartige und 
590 Nagetiere. - Aus dem Nachlaß des Präparators W. ScHÜrTz, Nieder- 
eschach, erwarben wir zehn Kleinsäuger-Bälge aus Spanien und verschie- 
dene Schädel einheimischer Säuger, ferner von Konrektor A. FISCHER, 
Metzingen, 18 Schädel und 39 aufgestellte Präparate einheimischer Säuge- 
tiere. — Dr. D. Kravss, Staatl. Tierärztliches Untersuchungsamt, vermittelte 
uns zu der im vorhergehenden Bericht erwähnten Hausesel-Stute ein voll- 
ständiges Skelett eines Hausesel-Hengstes und einen weiteren besonders 
schönen Schädel eines solchen Hengstes. Direktor Dr. BIRKMANN vom Zoo- 
logischen Garten Karlsruhe überwies dem Museum die reinblütige zwei- 
jährige Wisent-Kuh „Blijtke“ mit Abstammungsnachweis. - Dr. A. Knöß- 
ZER, Stuttgart, überließ uns sieben Rothirschgeweihe, 21 Rehkronen und 
ein Gamsgehörn (nachweislich aus dem württembergischen Allgäu und der 
Schwäbischen Alb), General a. D. H. LAnz aus dem Nachlaß seines Vaters, 
Forstrat O. LAnz, den Metallabguß eines kapitalen Rothirsch-14-Enders 
aus dem Schönbuch, der eine schöne Ergänzung des schon vorhandenen 
Materials über die Geweih-Bildung dieser württembergischen Rothirsch- 
Population darstellt. -— Weitere Einzel-Zugänge: Ein Hermelin (Mustela 
erminea) (W. ScHüz, Ludwigsburg); ein Schädel vom Dachs (Meles meles) 
(H. BucHLA, Stuttgart); Schädel eines polnischen Wildschweins (Sus scrofa) 
(R. Bvos); ein Steinmarder (Mustela foina), ein Mauswiesel (Mustela 
nivalis), ein Rehbock (C. capreolus) (H. KreiL, Ludwigsburg). — Studien- 
direktor a.D. J. JERG übergab uns frühgeschichtliche Haustierreste von 
921
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.