Full text: Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg (Bd. 124, 1969)

Nachrufe 
sammlung 1939, die letzte vor dem Krieg, vorbereitet und zu ihrem guten 
Gelingen wesentlich beigetragen. Wir werden ihm, als einem vom alten 
Stamm, ein dankbares Andenken bewahren. 
RupDoLF Havrr, Geislingen/St. 
Alfred Kühn 
Zoologe, Sinnes- und Entwicklungsphysiologe 
ALFRED KüHNn, am 22. April 1885 in Baden-Baden geboren und am 
22. November 1968 in Tübingen verstorben, hat die moderne zoologische 
Forschung mitgeprägt. Vor allem die ersten Schaffensjahre waren durch 
eine große Breite seines Arbeitsgebiets gekennzeichnet. Er wirkte an den 
Universitäten Freiburg (unter WEISMANN, seinem Lehrer, und DOoFLEıN), 
Berlin (unter HEIDER) und Göttingen, wo er 1920 bis 1937 das Zoologische 
Ordinariat bekleidete; dann übernahm er das Kaiser-Wilhelm-Institut für 
Biologie in Berlin-Dahlem. 1943 wurde das Institut nach Hechingen, dann 
Tübingen verlegt; hier war er 1945 bis 1951 auch Direktor des Zoologi- 
schen Instituts der Universität. Dies ist nicht der Platz, um auf die Fülle 
seiner, auch von zahlreichen Schülern weiterverfolgten Themen und seine 
glänzenden Forschungsergebnisse einzugehen. Bekannt sind seine Lehr- 
bücher (u.a. Grundriß der allgemeinen Zoologie - Grundriß der Ver- 
erbungslehre - Vorlesungen über Entwicklungsphysiologie). Wir verweisen 
auf zahlreiche Nachrufe in den Fachzeitschriften und auf seine Autobio- 
graphie in Nova Acta Leopoldina N. F. 21, 1959. 
Konrad Mayer 
Studienrat, Geologe 
KOnRAD MAYER wurde am 30. Juli 1883 in Ödheim geboren und verstarb 
am 24. Februar 1968 in Rottweil. Er hatte in Stuttgart Naturwissenschaf- 
ten studiert, wurde 1912 Professor am Lehrerseminar in Rottweil und war 
nach Auflösung dieser Anstalt 1934 bis zur Zurruhesetzung 1948 in den 
Rottweiler Gymnasien tätig. Es gelang ihm, reiche Petrefaktenfunde, vor 
allem im Posidonienschiefer bei Schömberg, Kr. Balingen, zu bergen, und 
er arbeitete mit Professor Dr. BERKHEMER zusammen. Er war an der Aus- 
grabung der Plateosaurier beteiligt, die einen besonderen Schmuck der 
Württ. Naturaliensammlung bildeten (und jetzt leider noch nicht wieder 
aufgestellt werden konnten). Als OscAr PArRET in Rottweil frühgeschicht- 
liche Ausgrabungen veranlaßte, fand sich bei Überwachung durch MAYER 
am 22. April 1950 jenes berühmte römische Holztäfelchen (Actum Muni- 
cipio Aris pridie Id Augustas), das die Stadt von 186 n. Chr. als das zu den 
Area Flaviae gehörige Municipium ausweist. Auch in der Botanik war 
MAYER interessiert; er war in der Pilzberatung tätig. Schließlich sah MAYER 
eine besondere Aufgabe auch im Dienst des Tierschutzgedankens. 
E. ScHÜzZ 
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