Volltext: Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg (Bd. 124, 1969)

Nachrufe 
für Naturkunde in Stuttgart durfte einen Teil der zugehörigen Aufsamm- 
lungen übernehmen. Nach seinen Jahren in Ludwigsburg nahm PFrÜrTzeENn- 
REITER in Stuttgart-Münster Wohnung. Dort beschloß er am 24. November 
1968 sein so tätiges Leben. Beim Begräbnis kam zum Ausdruck, wie viele 
den um Natur und Volksbildung so verdienten und so verantwortungs- 
bewußt denkenden Mann verehrten. Viele Freunde trauern um den güti- 
gen Menschen, der mit seiner Familie so manche Schicksalsschläge stand- 
haft ertrug; das Staatl. Museum für Naturkunde beklagt einen tüchtigen 
Außenmitarbeiter, unser Verein ein hochgeschätztes Mitglied. 
E. ScCHÜzZ 
Gustav Reich 
Landwirt, Schmetterlingskenner 
GusTAvV ReIıcH wurde am 3. September 1888 als Bauernsohn in Bronnen 
bei Ringschnait, Kreis Biberach, geboren. Er selbst wurde Landwirt und 
bewirtschaftete bis ins hohe Alter hinein seinen etwa 100 Morgen großen 
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Hof. Vom Morgengrauen bis zum Abend hatte er schwere Arbeit zu lei- 
sten; was er aber darüber hinaus - meist in den Nachtstunden - als Lieb- 
haber-Entomologe geleistet hat, gebietet höchste Achtung und Anerken- 
nung. Als Achtzehnjähriger fing GusTAv REıcH seinen ersten Schmetter- 
ling. Es war der Braune Bär, den er zunächst in eine Schachtel steckte; 
dieser Falter wurde ihm zum Schicksal! Der junge ReEıcH begann wahllos 
und ohne jede Vorkenntnis Schmetterlinge zu sammeln. Durch Zufall 
hatte er die Schönheiten der heimischen Falterwelt entdeckt, und je mehr 
er in diese Welt eindrang, um so eifriger wurden seine Bemühungen um 
seine Sammlung. Bald kam er dann in Kontakt mit dem damaligen „Natu- 
ralienkabinett“ in Stuttgart und fand Rat und Hilfe bei dem gleichaltrigen 
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