Full text: Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg (Bd. 124, 1969)

Nachrufe 
Entomologen Prof. Dr. E. LINDNER. Aus dem anfänglichen Hobby wurde 
nun bald ernsthafte Arbeit. Er sammelte, präparierte, fertigte selbst seine 
Insektenkästen und -schränke, registrierte seine Funde und wurde bald 
einer der besten Kenner der heimischen Schmetterlinge. REICHS größtes 
Verdienst ist es, daß er — wie kein anderer vor ihm - die Faunistik der 
Schmetterlinge von Südwürttemberg und der Alb erkundet hat. In zahl- 
lose faunistische Publikationen ging der Name ReıcH ein. Im ersten Welt- 
krieg fing er auch in Frankreich, Rußland und auf dem Balkan Falter. Er 
stand mit vielen Liebhaber-Entomologen und Wissenschaftlern des In- und 
Auslandes in Verbindung. In seinen letzten Jahren widmete er sich auch 
noch den einheimischen Käfern. 
Das Staatliche Museum für Naturkunde in Stuttgart ist GUuSTAV REICH 
ganz besonders verpflichtet und dankbar, weil er große Teile der Insekten- 
sammlung des Museums im zweiten Weltkrieg als Auslagerungsgut ver- 
wahrt und damit dem Museum erhalten hat. 1962 übergab GUTSsAV REICH 
dem Stuttgarter Museum seine Spezialsammlung württembergischer Groß- 
schmetterlinge. Bis zu seinem Tode hat er diese Sammlung jährlich noch 
weiter ergänzt. Zwei Jahre später ging eine Schmetterlingssammlung von 
ihm an das Museum Karlsruhe. Weitere Sammlungen stellte REIcH dem 
Kloster Blönried bei Aulendorf, der Kollegschule in Illertissen und dem 
Heimatmuseum in Biberach zur Verfügung. Nach seinem letzten Willen 
bleibt eine Sammlung auch in seinem Haus in Bronnen. 
Von verschiedenen Seiten wurden die Arbeiten REıcHs ehrend aner- 
kannt: Die Gesellschaft der Freunde und Mitarbeiter des Staatlichen 
Museums für Naturkunde verlieh ihm die Fachmitgliedschaft, der Ento- 
mologische Verein Stuttgart ernannte ihn zu seinem Ehrenmitglied. Am 
6. Oktober 1968 verstarb GustAv ReıcH nach einem arbeitsreichen und 
erfüllten Leben. Wir werden ihn und sein Werk nicht vergessen. 
K. W. HARDE 
Alois Seibold 
Pädagoge, Naturwissenschaftler 
Oberstudienrat ALOIS SEIBOLD war am 11. Februar 1909 als Förstersohn 
in Zaisersweiher, Kreis Maulbronn, geboren worden. Er widmete sich in 
München, Berlin, Tübingen und Stuttgart dem Studium von Biologie, 
Chemie, Geologie und Geographie. Die Lehrtätigkeit führte ihn zuerst an 
die Gymnasien in Ehingen, Biberach, Welzheim und Urspring; es folgte 
der 2. Weltkrieg, und der Rückkehrer aus russischer Kriegsgefangenschaft 
nahm 1946 seine Lehrtätigkeit wieder auf. Seit 1949 war er am Hellen- 
stein-Gymnasium in Heidenheim an der Brenz tätig. An seinem Wohnort 
Unterkochen wurde er Vertrauensmann des Schwäbischen Albvereins, wo- 
durch er über die Schule hinaus naturkundlich in die Öffentlichkeit wirkte. 
„Es ist ungewöhnlich, daß jemand in solchem Maße persönliche Beschei- 
denheit und Zurückhaltung mit so viel Können und überragendem Fach- 
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